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Schwalm-Eder: 158 Unfälle mit Radfahrern

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Von: Matthias Haaß

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Warnschild: Damit sich Radfahrer und Autos nicht in die Quere kommen, sind entsprechende Hinweisschilder an Querungen von Vorteil. Unsere Aufnahme entstand zwischen Frielendorf und Welcherod.
Warnschild: Damit sich Radfahrer und Autos nicht in die Quere kommen, sind entsprechende Hinweisschilder an Querungen von Vorteil. Unsere Aufnahme entstand zwischen Frielendorf und Welcherod. © Matthias Haaß

Der Trend zum Fahrrad ist ungebrochen. Insbesondere bei den E-Bikes rechnen Experten auch 2022 mit einer starken Zunahme. Mit Blick auf Unfälle zwischen Fußgängern, Radfahrenden und Autos an Querungsstellen fordert der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club) von den Verantwortlichen mehr Engagement.

Schwalm-Eder. In Zeiten, in denen Klimaschutz und Nahmobilitätsförderung eine Rolle spielen sollten, sei es unverständlich, warum nicht mehr zur Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer getan werde, so die Pressesprecherin der ADFC Ortsgruppe Schwalmstadt, Susanne Molis-Klippert. Durch zunehmende Verkehrsdichte habe sich die Gefahr für Radfahrer und Fußgänger noch verstärkt, meint auch der Vorsitzende des ADFC Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder, Ulrich Wüstenhagen.

Seitens der Polizei gebe es an den bekannten Querungsstellen keine besonderen Unfallschwerpunkte, teilte der Leiter des Regionalen Verkehrsdienst Schwalm-Eder, Dirk Daniel, auf schriftliche Anfrage der HNA mit. Das überrascht, gab es im Zeitraum 2017 bis 2021 im Kreisgebiet doch insgesamt 158 Unfälle zwischen Pkw und Radfahrenden, bei neun Unfällen waren Lkw beteiligt. Dabei wurden 35 Menschen schwer verletzt, eine Person starb.

Verkehrsschau an Gefahrenpunkten

Eine Unfallhäufung liegt laut eines Erlasses des Landes Hessen dann vor, wenn sich an Knotenpunkten oder auf Straßenabschnitten von maximal 300 Meter Länge mindestens fünf Unfälle eines Unfalltyps innerhalb eines Kalenderjahres oder mindestens drei Unfälle mit schwerem Personenschaden innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren ereignet haben. Unter der Federführung der Verkehrsbehörden finden regelmäßig Verkehrsschauen an Gefahreschwerpunkten statt. (mha)

Eine Aufgliederung auf Kreisteile sei nicht möglich, erklärte Daniel: „Die Unfälle sind in etwa gleichmäßig verteilt. Insbesondere sind die Zentren Melsungen, Fritzlar, Homberg und Schwalmstadt betroffen.“

Dass die meisten Unfälle an Querungsstellen passieren, bestätigt der Polizist. Aus polizeilicher Sicht sei der Ausbau von Radwegen, Radstreifen und Schutzstreifen mit optisch hervorgehobenen Linienführungen und farblichen Markierungen in den Übergängen von Rad-/Schutzstreifen auf die Fahrbahn daher zielführend. Seitens des Landes werde das auch so empfohlen, erklärt Daniel: „Darüber hinaus muss sich aber auch jeder Verkehrsteilnehmer strikt an die Verkehrsregeln halten. Besser einmal zu viel in jede Richtung geschaut, als einmal zu wenig.“ (Matthias Haaß)

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