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21 Monate Haft für 22-Jährigen wegen Messerstich

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Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich ein Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt verantworten.
Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich ein Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt verantworten. (Symbolbild) © Peter Steffen/dpa

Im Oktober 2021 ging der Mann auf einen Kumpel los. Das Jugendschöffengericht in Schwalmstadt setzt die Strafe für den jungen Mann zur Bewährung aus.

Schwalmstadt – Wegen gefährlicher Körperverletzung sowie der Körperverletzung in Tateinheit mit Sachbeschädigung zusammen mit Hausfriedensbruch wurde ein junger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis für schuldig befunden.

Gegen den Angeklagten wurde die Einheitsjugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten verhängt, die Vollstreckung aber zur Bewährung ausgesetzt. Der Hauptverhandlungstermin vor dem Jugendschöffengericht in Treysa fand unter Vorsitz von Mareike Pöllmann statt. Zum Tatzeitpunkt war der Angeklagte noch ein Jugendlicher.

Die erste Tat fand im Oktober 2021 statt. Damals hatte der zum Tatzeitpunkt 21 Jahre alte Angeklagte nach einem Spielothekbesuch seinen Kumpel zu Hause aufgesucht. Nachdem dieser an der Tür erschienen war, wollte der Angeklagte gegen den Willen des Inhabers die Wohnung betreten, woraufhin es zu einer Auseinandersetzung kam, in dessen Verlauf der Angeklagte ein Messer zog und seinen Widersacher mit einem Stich in die Schulter verletzte.

Der Angeklagte stand zu diesem Zeitpunkt unter Alkoholeinfluss, räumte die Tat ein, konnte sich aber nach eigener Aussage nicht mehr genau an alles erinnern. „Überlegen Sie mal, der Stich hätte nicht die Schulter, sondern die Halsschlagader getroffen, dann säßen Sie jetzt nicht hier, sondern im Gefängnis“, verdeutlichte die Richterin dem Angeklagten seine Situation.

Angeklagter entschuldigt sich

Beim Opfer, das als Zeuge vor Gericht geladen war und auch dessen Freundin, entschuldigte sich der Angeklagte. In der Verhandlung kam ein weiterer Vorfall zur Sprache. Im März letzten Jahres wollte der Angeklagte seine ehemalige Freundin in einer Heimeinrichtung in Homberg sprechen, wurde aber nach kurzem Kontakt des Geländes verwiesen. Der Aufforderung kam der junge Mann nicht nach, sondern schlug eine Scheibe ein, um sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen. Im Gebäude ging er auf einen anderen Jugendlichen los, konnte dann aber von mehreren überwältigt werden.

Die beiden Taten reihen sich in ein langes Vorstrafenregister ein: Gebrauch von Betäubungsmitteln, Sachbeschädigung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung unter Alkoholeinfluss. Unstrittig hat der junge Mann ein Problem mit Alkohol, nach dessen Genuss er aggressiv wird, weswegen die Strafe mehrere Auflagen in der Bewährungszeit enthält.

So ist der Angeklagte laut Urteil der Aufsicht und Leitung der Bewährungshilfe unterstellt und muss unverzüglich Kontakt zur Beratungsstelle Jugend, Drogen und Sucht des Schwalm-Eder-Kreises in Homberg aufnehmen.

Gleichfalls muss er eine Therapie wegen der plötzlichen Gewaltdurchbrüche beginnen. Und der Angeklagte muss seine begonnene Berufsausbildung weiterführen, ihm wird auferlegt, jedes Verhalten zu unterlassen, das zu einer vorzeitigen Beendigung des Ausbildungsverhältnisses führt. Von Jochen Schneider

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