Kulturverein Obergrenzebach organisiert Weihnachtsaktion

400 Nistkästen für das ganze Dorf

Viele fleißige Helfer
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Viele fleißige Helfer unterwegs: Die Mitglieder verteilten am Samstag die Nistkästen in Obergrenzebacher Haushalte, weitere wurden sogar an Mitglieder in der Ferne verschickt. Federführend organisiert wurde die Aktion von Lothar Steinbrecher, dem Vorsitzenden des Kulturvereins Obergrenzebach (Mitte, sitzend).

„Wenn ich ein Vöglein wäre, würde ich nach Obergrenzebach ziehen“, so eine der vielen positiven Rückmeldungen, die der Kulturverein als Reaktion auf ihren Fernsehbeitrag zu ihrem Projekt des Nistkastenbaus erfahren hat. Über Wochen bauten die Ehrenamtlichen 400 Nistkästen aus heimischen Lärchenholz, das eigens für das Projekt im Wald geschlagen und zu Brettern gesägt worden war.

Obergrenzebach. In der eigens eingerichteten Fertigungsstraße auf dem Hof von Gerd Schmidt wurden sodann in mehreren Arbeitsgängen zunächst die Bretter auf Länge gesägt, dann die Kästen zusammengeschraubt, um zuletzt einen stabilen Drahtbügel und ein Brandzeichen aufzubringen. „Wir haben uns eigens Bauschablonen gebaut, um nicht jedes Häuschen einzeln auszumessen“, erklärt der Vorsitzende Lothar Steinbrecher. Die Bretter waren absichtlich nicht gehobelt, sondern sägerau verbaut worden, um den Vögeln eine bessere Haltemöglichkeit zu geben. „Wir haben uns an die Bauempfehlungen des NABU gehalten“, so Steinbrecher und so erhielten die Nistkästen auch eine Reinigungsklappe, die einmal im Jahr zu öffnen ist, um die Brutstätte zu reinigen.

Die Einfluglöcher sind vor allem für Meisenvögel dimensioniert. „Laut NABU hat Deutschland in zwölf Jahren 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren. Dafür gibt es vielerlei Gründe, aber einer ist, dass die Vögel nicht mehr genügend Brutstätten finden und somit weniger Jungvögel aufgezogen werden“, weiß Steinbrecher.

Jeder Haushalt Obergrenzebachs und alle Mitglieder des Kulturvereins, die zum Teil auch außerhalb des Dorfes bis hin in großen Metropolregionen wohnen, erhalten einen Nistkasten. Im Dorf selbst wurde die Weihnachtsgabe am Samstagmorgen von gut 20 Vereinsmitgliedern verteilt. Die Verteilung war ähnlich wie die Fertigungsstraße perfekt organisiert und vorbereitet worden. Zu jedem Nistkasten erhielten die neuen Brutstättenbesitzer eine kleine Mappe mit Weihnachtsgrüßen und Hinweisen zum richtigen Platzieren des Nistkastens. „Solch ein Kasten sollte in zwei bis drei Metern Höhe, wenn möglich nicht nach Westen oder zur Wetterseite aufgehängt werden“, erklärt Steinbrecher. Unter einem Dachvorsprung sei die Himmelsrichtung egal, doch an sonnigen Südfassaden könnte es den Vögeln auch zu warm werden. Auch sollte ein Mindestabstand von zehn Metern zum nächsten Nistkasten gewahrt werden.

Ältere Menschen, für die ein Aufhängen des Nistkastens zu beschwerlich sei, könnten sich an die Vereinsmitglieder wenden, die gerne behilflich seien. „Die Reaktionen auf unsere Aktion sind durchweg positiv. Es gibt sogar schon Anfragen für Nachahmer, die sich unsere Bauschablonen ausleihen möchten“, so Steinbrecher. Zudem sei immer wieder der außergewöhnliche Zusammenhalt des Dorfes gelobt worden.

So würden die Obergrenzebächer auch gerne wieder einmal zu einem gemeinsamen Fest zusammenkommen, doch warte man ab, bis es die Pandemiebedingungen erlaubten. Die Nistkästen gab es für jeden Haushalt kostenlos, nichtsdestotrotz wurde der ein oder andere Obolus gespendet. „Wir sind überwältigt von der positiven Resonanz. So macht Vereinsarbeit Spaß und der Natur tut es etwas Gutes“, zog Steinbrecher Bilanz. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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