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80-Jährige wurde 2 Stunden am Telefon beschwindelt

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Von: Johannes Rützel

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Einige Inhalte, die bei Whatsapp geteilt werden, sind strafbar.
Symbolbild © Fabian Sommer/dpa

In der Region sind Betrüger aktiv. Die Polizei warnt davor, auch die HNA berichtete. Trotzdem übergab eine Frau aus Marburg Betrügern eine hohe Summe.

Marburg/Neustadt – Die Welle von Betrugsanrufen und Whatsapp-Tricks, von der viele, zumeist ältere Menschen derzeit überzogen werden, rollt weiter. Am Montag, 21. Juli, berichtete die Polizei Marburg, dass eine 80-Jährige aus dem Nachbarlandkreis einen fünfstelligen Barbetrag an eine Betrügerin übergeben hat.

„Oma hilf mir!“

Das vorausgegangene Telefonat habe über zwei Stunden gedauert, am Telefon waren wechselnde Personen, die sich als Polizeibeamte, Staatsanwalt und Richter ausgegeben hätten. Angeblich wurde der Enkel in einen tödlichen Unfall verwickelt, es sei Kaution zur Abwendung einer Inhaftierung zu zahlen. Im Hintergrund war eine weinerliche Stimme des angeblichen Enkels zu hören, der flehte „Oma hilf mir“.

Als Geldbotin sei eine etwa 26 Jahre alte Frau mit blauer OP-Maske erschienen, die komplett schwarz gekleidet war. Das Haar der schlanken Frau war zum Pferdeschwanz gebundenen.

Polizei rät: „Legen Sie sofort auf, wenn es um Geld geht!“

Polizeisprecher Martin Ahlich rät: „Der beste Schutz ist es, generell sofort das Gespräch zu beenden, wenn es bei einem unerwarteten Telefonanruf um Geld geht! Legen Sie auf und informieren sie sich anschließend selbst darüber, ob an der gehörten Geschichte, egal wie schlimm sie sich zunächst angehört hat, überhaupt etwas dran ist!“

Neue Masche: WhatsApp-Betrug

Birgit Waßmann, im Neustädter Rathaus für die Themen Sicherheit und Ordnung zuständig, berichtete der HNA ebenfalls von Betrugsversuchen über den Messenger-Dienst Whatsapp. Auch so würden sich Täter als Angehörige ausgeben und unter einem Vorwand hohe Geldsummen fordern, zum Beispiel für Kautionen oder unbezahlte Rechnungen.

Nach Angaben der Polizei sollte man bei Forderungen im Zusammenhang mit einer angeblich neuen Mobiltelefonnummer immer erst unter der gewohnten Nummer nachhaken und misstrauisch sein. Und niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte aushändigen. Bei Verdacht solle umgehend die Polizei verständigt werden.

Die Schwälmer Allgemeine hatte erst am Samstag über einen dreisten Betrugsversuch in Schwalmstadt und sich häufende Fälle nach ähnlichem Muster berichtet.

Neue Handynummern auf WhatsApp immer überprüfen!

Die Polizei rät, stets misstrauisch zu sein. Betrüger geben sich über Messenger-Dienste wie WhatsApp als Angehörige aus, die eine neue Handynummer haben und fordern Geld.

Die Polizei bittet darum, besonders ältere Angehörige über solche Betrugsmaschen zu informieren, „sprechen Sie offen über das Geschehene. Je besser Menschen informiert sind, desto besser können sie Betrugsmaschen erkennen“. 

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