Helmut Fälber (76) aus Christerode hat seinen zweiten Roman veröffentlicht

Abenteuerlust in vielen Zeilen

Neues Buch: Übersetzer Helmut Fälber hat sich mit dem Thema Alzheimer

Christerode. Alzheimer lässt grüßen - hinter dem saloppen Spruch steckt die häufigste Demenzerkrankung, unter der weltweit etwa 24 Millionen Menschen leiden. Auch Eddie Nickels befürchtet, davon betroffen zu sein. Er trifft die Entscheidung, einige Lebensträume dennoch zu verwirklichen bei klarem Verstand. So beginnt das Buch „Alzheimer lässt grüßen“ des Christeröder Helmut Fälber. Der 76-Jährige hat bereits 2010 einen Roman veröffentlicht, diesmal ist das 260 Seiten starke Werk bei Tredition im Selbstverlag erschienen.

„Ich entdeckte altersbedingt das Nachlassen einiger kognitiver Fähigkeiten - und so kam ich auf den Gedanke, mich eingehend mit Alzheimer zu beschäftigen“, erklärt Fälber seine Beweggründe. Der Übersetzer für Wirtschaftsenglisch verknüpfte in seinem Buch die Liebe zu Fern-Ost. 2004 bereiste er die Regionen der Tsunami-Katastrophe, um dort zu recherchieren.

An der Brücke am Kwai

Er besuchte die historische Brücke am Kwai, erlebte fantastische Sonnenuntergänge hinter den Tempelanlagen von Ankor Wat. „Ich schreibe gern authentisch“, erklärt er. Für Fälber ist das kreative Schreiben ein Ausgleich zum oft eher mechanischen Übersetzen. „Ich habe schon in der Schule immer gute Noten für Aufsätze bekommen“, erzählt der im Knüll aufgewachsene 76-Jährige.

Eigene Geheimschrift

Als Zehnjähriger habe er bereits seine eigene Geheimschrift erfunden. Und noch etwas schlummerte stets in Fälbers Seele: die Abenteuerlust. Er arbeitete unter anderem in Kanada, war nach seinem Übersetzer-Examen zehn Jahre in der Luftfahrtbranche beschäftigt. „Ich habe dadurch die ganze Welt kennen gelernt.“ Der Christeröder ist bekennender Computer-Muffel. „Ich sitze ungern an einer Tastatur und schreibe deshalb noch immer alles mit der Hand.“ Eine Dame aus dem Ort übertrage ihm das in uniforme Schriftsprache.

In seine Geschichte fließen immer wieder auch Reiseeindrücke ein: Fälber ritt durch einsame Bergwälder, lernte Opium-Schmuggler und Giraffenfrauen und die traditionelle Medizin der Bergvölker kennen. Genauso fasziniert sei er von der mondänen Mode- und Designerwelt und von Transvestiten-Shows der asiatischen Metropolen gewesen, erklärt der Christeröder. Sein Protagonist etwa erhofft sich durch den Konsum von Opium eine wiederkehrende Gedächtnis-Leistung. Auch den Umschlag seines Buches hat Helmut Fälber selbst gestaltet: ein diffuses Blütenmotiv. „Das Motiv symbolisiert seine verschwommene Erinnerung.“ Aktuell arbeitet der 76-Jährige an einem Roman, der in Ägypten und Südamerika angesiedelt ist. Denn die Abenteuerlust, die lässt Helmut Fälber noch lange nicht los. Wenn er mit seiner Frau Norma nicht gerade ferne Länder bereist, bereist er sie eben auf dem Papier.

• Das Buch „Alzheimer lässt grüßen“ ist im Buchhandel unter ISBN 978-3-7323-2722-5 erhältlich und kostet 14,50 Euro.

Von Sandra Rose

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