Letzte Reise für Anke

Älteste Kuh Hessens ist auf einem Gnadenhof gestorben

Eines der letzten Bilder von Kuh Anke – zum Schluss wollte sie nur noch auf dem Stroh liegen bleiben.
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Eines der letzten Bilder von Kuh Anke – zum Schluss wollte sie nur noch auf dem Stroh liegen bleiben.

Die älteste Kuh Hessens in auf einem Gnadenhof verstorben. Sie war im Oktober auf den Hof gekommen. Anke sei eine außergewöhnliche Persönlichkeit gewesen.

Seigertshausen – Sie hat Geschichte geschrieben, die Kuh Anke aus Seigertshausen. Als Landwirt Horst Kaiser die nachweislich älteste Kuh Hessens im vergangenen Jahr auf einen Gnadenhof bei Schlitz brachte, zog dies nicht nur das Interesse unserer Zeitung auf sich. Gut vier Monate später ist sie friedlich eingeschlafen. „Es hat uns hier sehr mitgenommen, dass sie gestorben ist“, schreibt Julya Dünzl von der Initiative Lebenstiere in Haunetal bei Schlitz auf Nachfrage der HNA. Anke sei eine außergewöhnliche Persönlichkeit gewesen. „Der Tierarzt war noch mehrfach da und hat ihr Infusionen gegeben. Er hat festgestellt, dass ihr Herz bereits extrem schwach war. Trotzdem war es uns eine Ehre, sie hier beherbergen zu dürfen.“ Am Ende verließen Anke die Kräfte wohl rascher als angenommen.

„Ich hatte ihr gewünscht, dass sie noch ein schönes Frühjahr erlebt und im Mai nochmal den Löwenzahn auf den Wiesen fressen kann“, sagt Kaiser, der bis zum Schluss im regelmäßigen Kontakt mit dem Gnadenhof stand und mittlerweile selbst dem Verein Lebenstiere angehört. Drei Mal hat er die Mutterkuh der Rasse Limousin besucht, zuletzt an einem sonnigen Sonntag Ende Oktober. Hatte ihr einen Eimer Rübenschnitzel mitgebracht, die sie so sehr liebte. „Sie war gut im Futter und kam gleich angelaufen“, so der Seigertshäuser. „Die macht noch fünf Jahre“, habe er gedacht und sich richtig gefreut, dass es Anke auf dem Gnadenhof so erging. Dass sie so schnell stirbt, damit habe er nicht gerechnet.

23 Jahre lang lebte Anke auf seinem Hof, war hier geboren und aufgewachsen, die Leitkuh der Herde. Hat 16 Kälber aufgezogen. Als unzertrennlich galten Anke und ihre Enkelin Amelie, daher zog Amelie im September auch mit auf den Lebenshof für Kühe. Und sie wird dort auch bleiben. „Die beiden waren immer zusammen, die konnte ich nicht voneinander trennen“, sagt der Landwirt. Kaiser liebt Kühe. Anke war eines von 41 Rindern auf seinem Hof. 13 verschiedene Rassen habe er vor 20 Jahren gehalten, doch mit den Jahren setzten sich Fleckvieh und Limousin durch. Und vor allem Anke. Ihm seien die Tränen gekommen, sagt er, als er den Nachruf auf Anke vom Verein Initiative Lebenstiere las. (Kerstin Diehl)

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