Produzierendes Gewerbe boomt

Agentur für Arbeit stellt Jahresbilanz für den Schwalm-Eder-Kreis vor

Agentur für Arbeit: Im Coronajahr zeigte sich das Produzierende Gewerbe als besonders beständig. (Symbolbild)
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Agentur für Arbeit: Im Coronajahr zeigte sich das Produzierende Gewerbe als besonders beständig. (Symbolbild)

Kurzarbeit, fast ein Fünftel weniger offene Stellen und ganze Wirtschaftsbereiche, die quasi über Monate zum Stillstand kamen: Die Auswirkungen der Pandemie haben die Betriebe im Schwalm-Eder-Kreis getroffen.

Schwalm-Eder - Die Jahresbilanz der Agentur für Arbeit in Korbach, zuständig für die Landkreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder, zeigt deutlich, dass auch die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr deutlich anstieg. „Der Arbeitsmarkt 2020 war sehr stark von Dynamik geprägt“, so Agenturchef Kemper. Im gesamten Bezirk meldeten sich 23 598 Personen arbeitslos. Das sind 3000 weniger als im Vorjahr. Zurückzuführen ist die hohe Zahl 2019 auf das letzte Quartal, in dem Auswirkungen von Umstrukturierungen in den Industriebetrieben deutlich bemerkbar wurden. 2020 haben aber auch 22 561 Personen die Arbeitslosigkeit wieder verlassen.

Einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit vermeldet die Agentur für die ausländischen Mitbürger: 44,6 Prozent. Mögliche Ursachen hierfür seien, dass unter ihnen viele auf Helferebene tätig waren und diese Stellen im Laufe des Jahres weggefallen sind. „Wichtige Aufgaben sind in diesem Fall, Betroffene weiterzuqualifizieren und insbesondere an Deutschkompetenzen zu arbeiten“, sagt Kemper. Die Industrie- und Handelskammer Kassel und die Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder bewerten das vergangene Jahr ebenfalls gemischt. Das produzierende Gewerbe konnte während der Coronapandemie zumeist eine gute bis sehr gute Auftragslage verzeichnen. Gleichzeitig spürten einige Branchen die Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen besonders deutlich und mussten mit Kurzarbeit oder Schließungen reagieren.

Jahresbilanz: Teilweise positive Entwicklung beim Ausbildungsmarkt

Die IHK verzeichnete im vergangenen Jahr in einigen Branchen einen Zuwachs an Ausbildungsverträgen, besonders im Bereich Bauindustrie und E-Commerce. „Sehr positiv hat sich der Ausbildungsmarkt im Bereich der Elektrotechnik entwickelt“, so Rudolff. Hier gab es mit Stand 30. Oktober 2020 einen Zuwachs von 41 auf 58 Verträge. Natürlich habe die Coronapandemie aufgrund von Kurzarbeit oder Schließung von Betriebsstellen die Ausbildung beeinflusst. Hier seien Betriebe aber kreativ geworden, so Rudolff. „Teilweise konnten die Unterweisungen von Lerninhalten auch über digitale Wege vermittelt werden.“ Bei der Kreishandwerkerschaft lag die Zahl der Berufsanfänger nur 7,8 Prozent unter den Werten des Vorjahres. Trotzdem sei die Coronapandemie erschwerend.

In Zusammenarbeit mit anderen Kreishandwerkerschaften und der Handelskammer soll daher ein virtueller Treffpunkt für Schulabgänger und Interessierte entstehen. „Uns ist das Signal wichtig: Wir glauben an die Zukunft und haben jede Menge Berufe mit guten Perspektiven“, sagt Scholz, die Prognosen stehen gut. Er rechnet damit, dass sich der Trend von 2020 fortsetzen wird. „In vielen Betrieben wird weiterhin eine positive Auftragslage erwartet.“ Für 2021 erwarte Rudolff einen Anstieg der Online-Präsenzen im Handel, die mehr zu seinem selbstverständlichen Vertriebskanal werden. (Felix Busjaeger)

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