Neu gegründete Genossenschaft plant Wohnprojekt in Treysa

Sie planen das Wohnprojekt in der Steingasse: Georg Schlamann, Anna-Elisabeth Wagner und Martina Raasch (von links). Foto: Rose

Treysa. Steingasse29plus – so heißt die neue Genossenschaft, die ein ehrgeiziges Ziel verfolgt: Acht Menschen haben sich zusammengefunden, um ein Generationen übergreifendes Wohnprojekt in Treysa zu realisieren.

„Ziel ist es, eine Wohnform zu schaffen, die ein selbstbestimmtes und zugleich gemeinschaftliches Leben ermöglicht. Und zwar für Singles und Familien, für Junge und Alte“, erklärt Georg Schlamann vom Vorstand. Ein Grundstück sei bereits vorhanden. Und zwar in unmittelbarer Nähe zum so genannten von Gilsa´schen Haus in der Steingasse 29.

Entstanden sind in dem historischen Fachwerkhaus bereits fünf Wohnungen, auf insgesamt 430 Quadratmetern. In der Planung ist nun ein angrenzender Neubau, der über 480 Quadratmeter verfügen wird. Bereits 2013 habe Bürgermeister Dr. Gerald Näser zu einer Planerwerkstatt eingeladen, um Bebauungsmöglichkeiten auf den Grundstücken Steingasse 29 und 31 für ein Mehrgenerationen-Wohnen zu entwickeln, erzählt Schlamann.

Vertreter der Stadt und der Denkmalbehörde entwarfen mit drei Architekten in drei Arbeitsgruppen Lösungskonzepte. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Genossenschaft und dem Architekt Johannes Biskamp sei die Planung nun abgeschlossen, der Bauantrag gestellt. Im Neubau sollen zehn Wohnungen mit etwa je 45 Quadratmetern – die auch zusammengelegt werden können – entstehen.

Das Grundstück mit 3200 Quadratmetern biete Platz für Ruhezonen, Garten und Ecken für Geselligkeit. Im Altbau sei ein Gemeinschaftsraum Treffpunkt für gemeinsame Aktivitäten. Im Haus gibt es auch Gästezimmer.

Mit einziehen werden Anna-Elisabeth Wagner und ihr Mann Harald Reitter. 27 Jahre lang wohnte das Paar in Elnrode-Strang. Jetzt hat es sein Haus verkauft, um in Treysa zu leben. „Wir erhoffen uns, dass wir bereichert werden. Aber auch, dass wir Arbeit teilen können“, sagt Wagner. Denn auch Talente sollen im Austausch eingebracht werden. „Wer gerne Gartenarbeit macht, bringt sich auf diesem Wege ein. Andere kochen vielleicht lieber und betreuen die Kinder, die mit im Haus wohnen werden“, erklärt Schlamann. Es gehe darum, am Anderen das wert zu schätzen, was man bekommt. Das wünscht sich Martina Raasch (38), ebenfalls schon Mitglied.

Die Genossenschaft werde gemeinschaftlich Entscheidungen treffen. Investiert würden 1,3 Millionen Euro. Jedes Mitglied zeichne Anteile. Anna-Elisabeth Wagner (58) ist überzeugt. „Ich wollte nicht auf dem Land alt werden. Hier habe ich mehr Möglichkeiten.“

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