15 Männer gründeten vor genau 50 Jahren den Schützenverein Sachsenhausen

Alles fing mit einer Baracke an

zsr123 Schützenverein Sachsenhausen 50 Jahre Vorsitzender Jürgen Heynmöller Juni 2015 Foto von 1990 (25 Jahre)

Sachsenhausen. Vor genau 50 Jahren, im Juni 1965, war die Gaststätte Viehmeier im Gilserberger Ortsteil Sachsenhausen Treffpunkt für die Gründung eines Schützenvereins. 15 Männer hoben ihn aus der Taufe und richteten einen provisorischen Schießstand ein.

„Der musste wegen Feierlichkeiten im Saal natürlich immer wieder abgebaut werden“, erzählt der Vorsitzende Jürgen Heynmöller. Deshalb verfolgten die Schützen bald ein großes Ziel – den Bau eines eigenen Schützenhauses.

Immerhin hatte man sich ein Guthaben von 2500 Mark zusammen gespart. Und mit viel Eigenleistung, 35 Stunden sollten jedes Mitglied leisten, sollte das ehrgeizige Vorhaben gelingen. Für 2240 Mark kauften die Sachsenhäuser Schützen eine alte Baracke. Ihr Plan sah vor, dass Domizil in Schwarzenborn abzubauen und im Ort wieder aufzubauen. Mit Schleppern ging es also in einer Art Karawane hinauf auf den Knüll. Bei Regen fuhr man los, im Schnee endete der Ausflug.

Aus dem Wiederaufbau im Hochland wurde zwar nichts – „wir hatten uns das ein wenig zu einfach vorgestellt“ – aber letztlich konnte das Material doch noch verwendet werden. Mit einer regionalen Brauerei und einem Getränkehändler konnten Sponsoren für die Einrichtung gefunden werden. 1994 folgte der Anbau einer Toilettenanlage, an der sich die Kirmesburschen beteiligten.

Der Verein investierte nicht nur in den Bau des Schießstandes, auch die Jugendarbeit wurde voran getrieben, so dass die jungen Schützen auch an Hessenmeisterschaften teilnehmen konnten. Für den schmucken Auftritt der Erwachsenen sorgten ab 1989 die angeschafften Uniformen, heute tragen 55 Schützen eine Uniform.

Maßgeblich voran getrieben wurde die Vereinsarbeit von Lehrer Harald Orf: „Ursprünglich sollte unter seiner Regie ein Fußballverein gegründet werden. Als er sich ein Bein brach, entschied man sich zur Gründung eines Schützenvereins“, erklärt Heynmöller.

Für den Bau des Schützenhauses habe seinerzeit der Bürgermeister Hans Drescher für Fördergeld geworben. Heute hat der Verein 112 Mitglieder, davon etwa ein Drittel Frauen. Bei Rundenwettkämpfen sind aktuell fünf Mannschaften am Start. „Die Damen schießen häufig besser als die Männer, das muss man zugeben“, erklärt Heynmöller. Auch, wenn das die Männer nicht gerne hörten.

Eine Jugendgruppe gibt es derzeit nicht. An drei Abenden in der Woche öffnen die Schützen ihr Vereinsheim. „Der Verein hat im Dorf seinen festen Platz“, sagt der Vorsitzende. Zu verdanken sei das auch seinen Vorgängern, wie Manfred Helmbrecht, Karl-Heinz Schneider, Helmut Kirschner und Harald Orf.

Von Sandra Rose

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