Dötenbier in Treysa schließt nach 109 Jahren seine Türen

Alles hat seine Zeit

Dieter und Gudrun Dötenbier schließen ihren Familienbetrieb nach 109 Jahren. Fotos: Rose

Alles hat seine Zeit – nach 109 Jahren bewegter Firmengeschichte schließt Ende Juni wieder ein Fachgeschäft in Treysa. Inhaber Dieter und und seine Frau Gudrun Dötenbier haben lange nach einem adäquaten Nachfolger gesucht.

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Gefunden hat sich letztlich jedoch niemand, der das Familienunternehmen mit Tradition mit dem entsprechenden Fachwissen und dem umfassenden Service weiterführen wollte und konnte. „Selbst ein TV-Clip in der Hessenschau hat in dieser Richtung nichts bewirkt – außer einigen neuen Kunden“, sagt Dötenbier. Das Ehepaar ist sich sicher: „Es ist einfach dem demografischen Wandel und den veränderten Kaufgewohnheiten geschuldet, dass Geschäfte wie das unsrige keine Nachfolger finden.“ Dabei wird Dötenbiers der tägliche Umgang mit den lieb gewonnenen Stammkunden fehlen: „Auch wenn wir hin und wieder eher Therapeuten als Fachberater beim Kauf von hochwertigen Bettwaren zur nächtlichen Erholung gewesen sind.“

Größten Wert haben Dötenbiers mit ihren Mitarbeitern stets auf gute Beratung und Service gelegt, etwa aufgeklärt über Begriff wie „neue Federn und Daunen“. „Wenn das Wörtchen neu fehlt, können auch Altfedern untergemischt sein“, erklärt der Experte. Auch den einen oder anderen flotten Spruch oder wertvollen Tipp hatte Dieter Dötenbier immer parat: „Spannbetttücher zieht man am besten diagonal auf“, rät er. Bei neuen Geschirrtüchern empfiehlt er, sie vor dem ersten Gebrauch mehrere Stunden in kaltes Wasser zu legen. „Bei uns haben die Kunden auch optimale Wendetechniken für Matratzen gelernt“, erzählt der Treysaer.

Genüsslich schmunzelnd verabschiedet sich das Inhaberehepaar auch von den „Beratungspiraten“, die sich im Fachgeschäft beraten ließen, um dann – vermeintlich günstiger – per Mausklick zu kaufen. Denn Dötenbiers lag nie allein die Qualität der Produkte am Herzen – sondern auch die Menschen.

Gegründet wurde der vormalige Textilhandel übrigens von Heinrich Dötenbier im Jahre 1906, erweitert durch den Sohn Karlheinz. Das „federführende Fachgeschäft“ übernahmen in 1980 Dieter und Gudrun Dötenbier, die die Geschicke bis heute erfolgreich lenken.

Jetzt möchte sich das Team vom Bettenhaus von seinem wertvollstem Kapital – unseren Kunden – verabschieden. Bis 30. Juni sind noch einmal alle Kunden eingeladen, den Räumungsverkauf zu besuchen. Der steht unter dem Motto „Gute Nacht, es ist vollbracht“. Hier gewähren Dötenbiers handfeste Rabatte und Prozente – so dass mancher Euro für beste Waren gespart werden kann. „Am bewährten Qualitätsstandard wird hierbei natürlich nicht gespart“, sagt der Inhaber.

„Wir sind preiswert, weil wir nicht billig sind“, ist Dötenbier überzeugt. Restposten und Einzelteile sind zu besonders günstigen Preisen erhältlich. Auf das gesamte Sortiment gibt es während des Räumungsverkaufs 20 Prozent Rabatt. Alle Besitzer einer Rotkäppchencard profitieren doppelt: Denn sie sparen ein Viertel des Warenwertes. Zusätzlich werden ab sofort noch weitere Käppies für fünf Prozent des Warenwertes gut geschrieben. Wer noch einen Gutschein besitzt, sollte ihn bis 30. Juni einlösen. Viele Kunden bedauerten die endgültige Schließung, sagt Dieter Dötenbier: „Aber alles hat seine Zeit“. (zsr)

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 13 und 14.30 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr

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