Alter Schatz fit für Einsatz

Spieskappel: Feuerwehrleute sanieren 25 Jahre altes Einsatzfahrzeug

Die Umbauer: Manfred Euler (von links), Bernhard Arend, Carsten Euler, Florian Schmidt und Denny Schmidt sanierten das Löschgruppenfahrzeug in knapp vier Monaten.
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Die Umbauer: Manfred Euler (von links), Bernhard Arend, Carsten Euler, Florian Schmidt und Denny Schmidt sanierten das Löschgruppenfahrzeug in knapp vier Monaten.

Aus Alt mach Neu. Die Feuerwehr Spieskappel hat ihre altes Feuerwehrauto komplett in Eigenleistung saniert. Jetzt ist das Löschfahrzeug wieder fit für den Einsatz.

Spieskappel. Feuerwehrleuten wird oft gesunder Pragmatismus und Improvisationstalent nachgesagt. „Machen – nicht reden“, bringt es wohl am besten auf den Punkt. Getreu diesem Motto hat die Feuerwehr Spieskappel ihr altes Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 grundlegend saniert und modernisiert.

Damit haben die Spieskappler der Marktfleckengemeinde Frielendorf nicht nur eine Menge Geld gespart, sondern auch ein Fahrzeug bekommen, das genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ein neues TSF-W kostet den Steuerzahler rund 130 000 Euro.

Dass das 25 Jahre Löschfahrzeug für weitere zehn Jahre Potenzial hat, hatten auch die Gemeindebrandinspektoren und die Verwaltung erkannt und bei der Erstellung des aktuellen Bedarf- und Entwicklungsplans berücksichtigt. „Ein Einsatzfahrzeug, das mit dem alten 3er Führerschein oder dem Feuerwehrführerschein gefahren werden kann, neun Feuerwehrangehörige und Wasser transportiert, wird heute nicht mehr gebaut“, erklärt der Sprecher der Feuerwehr der Marktfleckengemeinde, Matthias Haaß: „Unseres Wissens ist so ein umfangreicher Umbau eines Feuerwehrfahrzeugs im Altkreis bislang einmalig.“

Präsentiert das Hygienboard: Wehrführer Bernhard Arend war am Umbau beteiligt.

Wehr nimmt Umbau selbst in die Hand

Der ursprüngliche Plan, eine Firma zu beauftragen, musste schon nach kurzer Zeit verworfen werden. Da sich kein Unternehmen gefunden habe, habe man sich dazu entschlossen, den Umbau selbst zu übernehmen, erklärt Spieskappels Wehrführer Bernhard Arend.

Am 21. Dezember ging es los: „Nach über 500 geleisteten Arbeitsstunden wurde das Fahrzeug am 23. März wieder mit Status 2 – das bedeutet einsatzbereit – bei der Leitstelle gemeldet.“ Nachdem sich die Corona-Pandemie etwas entspannt hatte, konnten im Sommer alle Feuerwehrleute in das neue, alte Fahrzeug eingewiesen werden.

Die Sanierung des Löschgruppenfahrzeugs lag maßgeblich in den Händen eines kleinen, aber sehr effizienten fünfköpfigen Teams. Zunächst wurden alle Einbauten entfernt – nur Wassertank und die Heckpumpe blieben drin. Durch die Neugestaltung der Geräteräume sei die Beladung jetzt wesentlich besser und sicherer nutzbar, freut sich Arend: „Da wir für alle Abschnitte des Umbaus die passenden Handwerker in unserem Team hatten, konnten wir uns gegenseitig unterstützen.“ Böse Überraschung blieben den Spieskapplern erspart. Die Grundsubstanz des LF sei gut gewesen, sagt der Wehrführer und fügt mit einem verschmitzten Lächeln an: „Außerdem hatten wir ein gutes Konzept.“

120 Meter Kabel verlegt

Allein an den Elektroarbeiten lässt sich der Umfang der Arbeiten erahnen. „Wir haben für neue LED-Umfeld- und Innenraumbeleuchtung, Heckwarnanlage und Ladeerhaltungsgeräte gut 120 Meter Kabel im Fahrzeug verlegt“, sagt Bernhard Arend.

Stellvertretender Wehrführer Carsten Euler zeigt den klappbaren LED-Lichtmast.

Nicht nur das Fahrzeug wurde runderneuert, die Marktfleckengemeinde investierte auch in moderne Ausstattung. Das Löschgruppenfahrzeug bekam unter anderem einen neuen Stromerzeuger, zwei LED Flutlichtstrahler für den klappbaren Lichtmast am Fahrzeugdach, Schlauchtragekörbe, eine Schwer- und Mittelschaumpistole, ein Pannenleitsystem, ein Rettungsbrett, einen Rettungsrucksack, ein Halligan-Tool und eine Wärmebildkamera. Mit der Ausrüstung brauche das LF keinen Vergleich mit modernen Einsatzfahrzeugen zu scheuen, erklärt der Feuerwehrsprecher der Marktfleckengemeinde.

Es spricht für die Spieskappler, dass sie nicht das modernisierte LF 8/6 in den Mittelpunkt stellen, sondern die Teamleistung. Dass man gemeinsam den Entschluss getroffen habe, das Fahrzeug umzubauen und das mit viel Freude, Ehrgeiz und nach eigenen Vorstellungen umgesetzt habe, darauf sei man stolz, sagt der Wehrführer. „Und das zurecht“, betont der Sprecher der Frielendorfer Wehren, Matthias Haaß. (syg)

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