Der ehemalige Melanchthon-Lehrer und 1. Stadtrat Eberhard Theune feiert seinen 90.

Altsprachler mit Sportsgeist

Wird heute 90 Jahre alt: Eberhard Theune aus Neukirchen. Foto: Decker

Neukirchen. Seinen 90. Geburtstag feiert heute Eberhard Hermann Christfried Theune. Vielen im Schwalm-Eder-Kreis ist er aus seinen fast 40 Jahren als Latein- und Griechischlehrer an der Melanchthon-Schule Steinatal bekannt, außerdem engagierte er sich in der Kommunalpolitik.

Eberhard Theune verbrachte seine Kindheit in Halle an der Saale. Nach dem sogenannten Behelfsabitur wurde Theune 17-jährig zur Wehrmacht eingezogen und musste in einer Panzerjägereinheit im Zweiten Weltkrieg kämpfen.

Nach Kriegsende kam er für kurze Zeit in ein Lager. „Die Amerikaner haben uns ordentlich behandelt, es war die beste Zeit des Krieges“, berichtete Theune, denn sie durften sich bei schönstem Wetter an einem Badesee erholen.

Jura sollte es ein

Zurück in Halle wollte der junge Mann eigentlich Jura studieren, doch sehr schnell merkte er, dass die politischen Verhältnisse in der Sowjetischen Besatzungszone nicht darauf ausgelegt waren, sich für die Rechte eines jeden Einzelnen einzusetzen. Theune zog nach Marburg, wo bereits sein Bruder studierte, und begann dort ein Lehramtsstudium für Latein und Griechisch. Sein Referendariat absolvierte der angehende Lehrer an der Melanchthon-Schule und blieb nach dem Examen. 1954 heirate Eberhard Theune und in vier Jahren wurde er Vater zweier Söhne und zweier Töchter.

Im Jahr 1964 begann Theune, sich für die Kommunalpolitik zu engagieren. Er gründete mit einigen politischen Freunden den CDU-Stadtverband und wurde sofort zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. „Du als Lehrer weißt doch, wie man reden muss“, hieß es damals, erinnerte sich Theune.

Erst im Altkreis Ziegenhain, später dann im Schwalm-Eder-Kreis trat Eberhard Theune als finanzpolitischer Sprecher seiner Fraktion auf und ab 1994 hatte er zehn Jahre den Posten des Ersten Stadtrats in Neukirchen inne.

Ehrenbürger

Erst mit 80 Jahren beendete er sein kommunalpolitisches Engagement, für das er das Bundesverdienstkreuz erhielt. Außerdem ist er Ehrenbürger der Stadt Neukirchen und des Landes Hessen.

Die Schule im Steinatal begleitete der ehemalige Lehrer er noch einige Jahre länger. Bis in sein 86. Lebensjahr war er bei den alljährlich stattfindenden Skifreizeiten der Schule dabei. Mit angeschnallten Skiern filmte er die waghalsigen Abfahrten der Schüler. Später setzte er sich an sein Mischpult, schnitt die einzelnen Szenen und vertonte sie. So manche DVD von ihm dürfte in etlichen Schwälmer Haushalten zu finden sein.

„Ich habe meine Schule geliebt.“

Eberhard Theune

„Ich habe meine Schule geliebt“, fasst Eberhard Theune sein Berufsleben zusammen. Jetzt ist sein Leben ruhiger geworden, jedoch interessiert er sich immer noch sehr für Sport, mittlerweile aber als Konsument vor dem Fernseher. „Die Fußballweltmeisterschaft habe ich mit Spannung verfolgt.“

Heute wird er mit ehemaligen politischen Weggefährten auf sein neues Lebensjahr anstoßen. Seine vier Kinder, die Schwiegerkinder und seine fünf Enkel werden übers Wochenende bei ihm sein, um viel Zeit für ihn zu haben.

Von Christiane Decker

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