Zwölfter Diabetestag in Ziegenhain: 220 Gäste nutzten Programm mit Vorträgen und einer Ausstellung

Amputationen müssen nicht sein

Kontrolle: Konstantin Vögel von der Stadtapotheke Treysa maß den Blutzucker

Ziegenhain. Mehr als 220 Besucher kamen am Samstag zum 12. Diabetestag in die Ziegenhainer Kulturhalle: Einen ganzen Vormittag lang drehte sich alles rund ums Thema Zuckerkrankheit.

Initiiert wurde die Veranstaltung vom Asklepios Klinikum Ziegenhain in Zusammenarbeit mit Firmen und dem Deutschen Diabetiker Bund. Chefarzt Dr. Matthias Schulze, Diabetologe Dr. Ralf Weber und Dr. Karl-Eckhard Henkel von der Diabetologischen Schwerpunktpraxis Frielendorf moderierten. Im Anbau der Halle war eine Industrieausstellung aufgebaut: Messtechniken wurden vorgestellt, Einlagen für Schuhe und natürlich auch der Blutzucker gemessen. Vorträge fanden im halbstündlichen Rhythmus statt und widmeten sich Themen wie der Diabetes und Nierenheilkunde und der richtigen Ernährung.

Gefäßchirurg Dr. Peter Dahl, aktuell noch tätig am Asklepios-Klinikum Bad Wildungen, erläuterte, warum bei den an Diabetes Erkrankten besonderes Augenmerk auf die Gefäße zu richten sei. Dahl wird mit seinem Team im Herbst ans Klinikum Ziegenhain wechseln. Hier soll ein Gefäßzentrum entstehen. Künftig werde dort das komplette Spektrum abgedeckt – sowohl Operationen als auch Therapiemöglichkeiten und Intervention. „Ein Diabetiker hat ein erhöhtes Risiko, gefäßbedingte Probleme zu entwickeln“, sagte Dahl. Insbesondere im Bereich der Füße. Hier verdeutlichte Henkel: „Diabetiker gehören zu der Bevölkerungsgruppe mit den meisten Amputationen.“

Dabei könnten schwerwiegende Amputationen in etwa 90 Prozent der Fälle vermieden werden. Weber, der mit seinem Team regelmäßig eine Fußsprechstunde für Diabetiker anbietet, erklärte, dass hier die Verzahnung der Fachdisziplinen besonders wichtig sei. Es sei notwendig, Menschen mit Diabetes zu sensibilisieren: „Patienten sehen ihre Füße oft anders, ihnen fehlt die Wahrnehmung. Viele werden erst von Angehörigen geschickt.“ Dass das Angebot der Gefäßchirurgie gut angenommen werde, zeige schon jetzt das Einzugsgebiet, erklärte Dahl: „30 Prozent der Patienten kommen aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern.“ Das Team biete zusätzlich spezielle Bypass-Behandlungen an. Dazu werde Ziegenhain bis Herbst noch apparativ ausgestattet. Am Asklepios-Klinikum werden pro Quartal 1100 Diabetes-Patienten ambulant behandelt.

Von Sandra Rose

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