Mann muss eine Geldauflage ans DRK zahlen

Amtsgericht Schwalmstadt: Angeklagter musste sich wegen Körperverletzung verantworten

Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt in Treysa musste sich am Donnerstag ein 60-Jähriger wegen Körperverletzung und tätlichen Angriffs verantworten.
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Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt in Treysa musste sich am Donnerstag ein 60-Jähriger wegen Körperverletzung und tätlichen Angriffs verantworten.

Schwalmstadt – Wegen vorsätzlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs gegen Polizeibeamte musste sich ein Frührentner aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis am Donnerstag vor dem Amtsgericht verantworten. In einem Discountmarkt soll er im August vergangenen Jahres eine Polizistin geschlagen haben.

Was war passiert? Der Mann, der an epileptischen Anfällen leidet, soll an dem Tag im August in dem Markt ohnmächtig geworden sein. Passanten, die das beobachteten, riefen den Rettungsdienst. Der Angeklagte, der schnell wieder zu sich kam, wollte sich allerdings nicht helfen lassen und verweigerte auch die Aufnahme seiner Personalien. Diese mussten die Sanitäter in diesem Fall allerdings zwingend dokumutieren. Sie verständigten daher die Polizei. Die Beamten forderten den Angeklagten ebenfalls auf, seinen Personalausweis vorzuzeigen. Doch auch ihnen gegenüber zeigte sich der Frührentner nicht kooperativ, stattdessen verschanzte er sich hinter einem Einkaufswagen.

Nachdem der Mann aufgefordert worden war, mit zur Dienststelle zu kommen, kam es zu einem Gerangel, bei dem der Angeklagte einer Polizistin auf den Kopf geschlagen haben soll. Letztendlich wurde der 60-Jährige in Handschellen auf die Polizeistation gebracht, wo auch die Personalien aufgenommen werden konnten.

Der Angeklagte widersprach von Anfang an den Vorwürfen: Auf der Anklagebank schüttelte er immer wieder den Kopf und erklärte, an dem besagten Tag aufgrund seiner Krankheit nicht in vollem Geisteszustand gewesen zu sein. Vor Gericht machte der Mann aber einen klaren Eindruck.

Beide diensthabenden Polizisten waren als Zeugen geladen und unterstrichen in ihren Aussagen, dass der Schlag des Angeklagten vorsätzlich gewesen sein soll. Der Sanitäter, der den Vorfall beobachtet hatte, sagte ebenfalls als Zeuge aus: Er stufte den Schlag im Verlauf des Gerangels anders ein und sprach davon, dass es sich vermutlich um ein Versehen handelte.

Der Richter machte dem 60-Jährigen unmissverständlich klar, dass er nicht verstehen könne, warum der Mann nicht einfach seine Personalien vorzeigte. „Den Prozess hätten Sie sich einfach ersparen können“, sagte er.

Am Ende ging es für den Mann dann auch glimpflich aus: Richter und Staatsanwältin erkannten weder vorsätzliche Körperverletzung, noch einen tätlichen Angriff. Sie kamen zu dem Schluss, dass der Schlag nicht nachzuweisen sei.

Zu einer Verurteilung kam es nicht, jedoch sprach sich der Richter für einen „Denkzettel“ wegen des unkooperativen Verhaltens aus. Der 60-Jährige erhielt eine Geldauflage in Höhe von 300 Euro. Die Summe muss der Angeklagte in drei monatlichen Raten an die Einrichtung des DRK-Kreisverbandes Schwalm-Eder zahlen. (Lea Beckmann)

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