Steinzeitfreunde Hausen nahmen am Sonntag die Besucher mit auf Zeitreise

Am Anfang war das Feuer

Steinzeit in Aktion: Uwe Bickert versuchte, den Funke überspringen zu lassen, Björn Bickert (rechts) und Ralf Günter reichten Honigpunsch, Louis (links) und Linus Peter aus Oberaula übten das Bohren. Fotos:  Rose

Hausen. „Am Anfang war das Feuer“ - so lautet der Titel eines Abenteuerfilms von 1981, der die prähistorische Feuersuche beschreibt. Dass für eine kleine Flamme doch reichlich Einsatz gefragt ist, davon konnten sich am Sonntag die Besucher beim Wettkampf der Feuermacher in Hausen überzeugen.

Denn schon vor 500 000 Jahren kamen Menschen nach Hausen, um sich den Quarzit zu holen. Daraus stellten sie Werkzeuge her. Die Steinzeitfreunde Hausen möchten diese Kultur pflegen, bewahren und vermitteln. Denn in unmittelbarer Nähe, im Birket, ging man damals auf Suche nach den Steinen. Davon sind einige bis heute in der Sammlung der Steinzeitfreunde zu bewundern. Nicht nur um Steine und Werkzeuge, letztlich vor allem um das Feuer ging es am Sonntag auf dem Steinzeitplatz: Trotz Regen und Schnees kamen die Besucher - allesamt gespannt, ob es Ingo Schuster und Uwe Bickert wohl gelingen würde, das lodernde Spektakel standesgemäß zu eröffnen.

Schwierig wegen Feuchtigkeit

Für die Experten war die Feuchtigkeit wohl schon eine Herausforderung, jedoch drückten ihnen viele Zuschauer die Daumen. Stilecht schallte der Ruf eines Kuhhorns über den geschichtsträchtigem Boden - Hausen gehört zu den ältesten Fundstellen. Auf dem Tisch hatten Bickert und Schuster die übersichtlichen Werkzeuge von Einst ausgebreitet: Feuerstein, Markasit und Zunderschwamm, letzteres ist übrigens ein Baumpilz. Der Markasit sei eine Schwefelverbindung und finde sich bis heute überwiegend an der Ostsee. Zugegeben, optimale Witterungsbedingungen hatten die Hausener am Sonntag nicht. Doch Uwe Bickert gab sein Bestes: Der getrocknete Pilz diente als zündelnde Grundlage. Diese Technik des Feuermachens sei archäologisch nachgewiesen und etwa dreißigtausend Jahre alt. Das monotone Klacken von Feuerstein und Markasit erfüllte die Luft, Bickert schlug die Steine rhythmisch gegeneinander - um letztlich den Funke zu erzeugen und ihn auf den Zunderschwamm zu lenken. Der Wahlshäuser fachte den glimmenden Schwamm mit ordentlich Puste an, Ingo Schuster gab Heu hinzu. Die ersten zaghaften Flammen wurden mit einem kräftigen Applaus vom Publikum honoriert.

Als das Feuer brannte, versuchte sich der Nachwuchs im Bau von Werkzeugen. Louis und Linus Peter erlebten, dass zum Bohren nur ein spitzer Holzspieß nötig ist. Und Moritz Lanz (5) blies stolz in sein Horn - eine kleinere Ausgabe als das von Papa Ingo Schuster. Derweil stärkten sich die Besucher mit Steinzeitwurst und Honigpunsch. Für die Jüngsten gab es Stockbrot - am wärmenden Steinzeitfeuer. (zsr)

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