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Junger Mann schwänzt Prozesstermin aus Sorge um seinen Job

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Pforte zum Amtsgericht Treysa: Ein 24-jähriger Angeklagter erschien nicht, seine Mutter schilderte dem Gericht die Hintergründe.  
Pforte zum Amtsgericht Treysa: Ein 24-jähriger Angeklagter erschien nicht, seine Mutter schilderte dem Gericht die Hintergründe.  Archivfoto: Lea Beckmann © Lea Beckmann

Um Beleidigung geht es in einem Verfahren gegen einen 24 Jahre alten Mann. Zugrunde liegen Geschehnisse bei einer Kirmes im südlichen Knüll vor bereits vier Jahren: Mehrere Gruppen und Alkohol waren im Spiel, als es zum Streit kam.

Schwalmstadt. Der Angeklagte, so war zu erfahren, hatte in der Vergangenheit wiederholt Kontakt mit Polizei und Gerichtsbarkeit, es ging meist um Delikte in Zusammenhang mit erhöhtem Alkoholkonsum. Haftbefehle wurden vollstreckt, viele Verfahren unter Auflagen immer wieder zu seinen Gunsten eingestellt.

Den jüngsten Sitzungstermin am Amtsgericht Schwalmstadt nahm der Angeklagte nicht wahr, sondern schickte seine Mutter. Sie versuchte dem Gericht das Verhalten ihres Sohnes zu erklären: Er habe eine schwere Zeit hinter sich, jetzt aber Arbeit gefunden und da wäre es seiner Meinung nach nicht gut, wegen eines Gerichtstermins zu fehlen. Das bedeute für ihn das Risiko, die Arbeitsstelle gleich wieder zu verlieren. Darüber informierte der junge Mann auch seinen Verteidiger, allerdings erst am frühen Morgen des Verhandlungstages – per SMS.

Der Staatsanwalt zeigte kein Verständnis und forderte Verantwortung und Kommunikationsbereitschaft vom Angeklagten. Er beantragte die Vorführung per Haftbefehl. Auch die Vertreterin des Jugendamtes des Schwalm-Eder-Kreises konnte keine Argumente für das Verhalten finden. Die Beratung der Vorsitzende Richterin mit den beiden Schöffen ergab aber, dass dem jungen Mann eine neue Chance gegeben werden soll. (Jochen Schneider)

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