Anneliese Möller erlebte die Bombardierung Florshains

Ihre Tante kam ums Leben: Anneliese Möller aus Florshain.

Florshain/Rörshain. Zum 70. Mal jähren sich in diesen Tagen Schreckensstunden für die Orte in der nordwestlichen Schwalm. So fiel am 22. März 1945 eine Bombe auf Florshain und am 24. März 1945 warfen die Allierten zahlreiche Bomben auf Rörshain. Mehrere Tote waren zu beklagen.

Anneliese Möller (Jahrgang 1933, geb. Keim) stammt aus Florshain, dort gingen die Bomben am 22. März 1945 nieder. Vier Menschen kamen an jenem Nachmittag ums Leben. Sie erinnert sich, dass es ein sonniger Frühlingstag war und sie mit Nachbarkindern im Garten spielte.

Die Nachbarsoma rief gegen 14.30 Uhr ihre beiden Enkel nach Hause und wollte mit diesen Kaffee aufs Feld bringen, weil dort der Opa und eine Tante Hafer säten. So ging auch Anneliese Möller ins Haus zu ihrer Mutter in die Waschküche.

Plötzlich hörten sie laute Motorengeräusche von Flugzeugen und schon krachte es fürchterlich und sie wurden in der Waschküche umhergeschleudert. Ihre Mutter hatte Splitter in der Brust und am Oberschenkel, Anneliese Möller kam mit Schrammen davon.

Als sie zu sich gekommen waren und aus dem Haus liefeb, sahen sie ihre Tante Karoline Keim, die aus dem Ruhrgebiet stammte und bei ihnen einquartiert war. Die Tante lag tot vor der Treppe. Sie hatte ihren Notkoffer in der Hand und wollte wohl noch schnell in einen der zwei Bunker laufen, die man im Hang hinter den Häusern eingerichtet hatte.

Da die Mutter der Florshainerin stark blutete, schleppten sie sich zunächst zu einer Bekannten. Sie verband ihre Mutter notdürftig und ließ beide mit einem Pferdewagen ins Hephata-Krankenhaus bringen.

Erst am nächsten Tag erfuhr Anneliese, dass die beiden Nachbarskinder Werner (1939 geboren) und Lenchen (1940 geboren) sowie deren Oma Margarete Happel auch bei der Bombardierung ums Leben gekommen waren. Sie hatten sich zwar noch schnell in den Keller ihres Hauses geflüchtet, waren darin allerdings umgekommen, weil eine Bombe das Gebäude zerstört hatte. ihr Haus war durch die Bombe stark zerstört worden.

Von Brunhilde Miehe 

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