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Anneliese und Otto Köberle aus Treysa sind seit 60 Jahren verheiratet

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Anneliese Köberle (78), geborene Staufenberg, und Otto Köberle (81) aus Treysa sitzen auf dem Sofa.
Feiern heute ihre Diamantene Hochzeit: Anneliese Köberle (78), geborene Staufenberg, und Otto Köberle (81) aus Treysa. © Ute-Anemone Lorenz

Jahrzehnte ist es her, dass sich Anneliese Köberle (78), geborene Staufenberg, und Otto Köberle (81) aus Treysa das Ja-Wort gaben. Heute feiern sie ihre Diamantene Hochzeit.

Treysa – Kennengelernt hat sich das Paar im Februar 1961 bei der Eröffnung der Gaststätte „Zur guten Quelle“ in Wasenberg. „Es war Liebe auf den ersten Blick,“ schmunzelt Otto Köberle. „Ich hatte Anneliese zum ersten Mal einige Zeit vorher auf der Kirmes in Holzburg gesehen und schon dort zu meiner Mutter gesagt: Die wird mal meine Frau. Beim Tanz in Wasenberg hat es dann zwischen uns beiden gefunkt.“

Otto Köberle, geboren in Ribnig/Sudetenland, wurde von dort 1946 mit Großeltern und Mutter vertrieben. Nach neun Monaten Lageraufenthalt in Tschechien fand die Familie eine neue Heimat in Holzburg. Sein Vater kehrte erst 1950 aus der Gefangenschaft zurück. Nach der Schule absolvierte Köberle eine Maurerlehre und war von da an auf Baustellen im gesamten Bundesgebiet eingesetzt.

Anneliese Köberle dagegen ist eine echte Schwälmerin. Geboren in Röllshausen, wuchs sie in Wasenberg auf und besuchte auch die dortige Grund- und Hauptschule. Nach dem Schulabschluss arbeitete sie bei der Firma Ergee in Neustadt. „Mein Vater hatte eine Malerfirma. Eigentlich hätte ich so gerne diesen Beruf erlernt und ausgeübt, aber das kam für meine Eltern nicht in Frage: Du bist eine Frau, heiratest und bekommst Kinder, war deren einhellige Meinung zu meinem Berufswunsch,“ erinnert sich die Jubilarin.

Am 9. Februar 1962 gab sich das Paar standesamtlich das Ja-Wort. Die kirchliche Trauung fand Anfang März in der Wasenberger Kirche statt. Tochter Bettina ist die Erstgeborene, noch vor der Geburt der zweiten Tochter Nicole entschloss sich das Paar, zusammen mit Otto Köberles Eltern ein Haus in Treysa zu bauen.

Das Bild zeigt das Paar Anneliese Köberle (78), geborene Staufenberg, und Otto Köberle (81) 1961.
Das Bild zeigt das Paar 1961, die kirchliche Trauung war ein paar Wochen später, im März. (Repro) © Ute-Anemone Lorenz

Der Jubilar betont: „Ich habe fast alles allein gemacht. Jedes Wochenende, wenn ich zu meiner Familie kam, bin ich erstmal auf den Bau gefahren und habe an unserem Eigenheim gewerkelt – keine leichte Zeit.“

Otto Köberle war von Montag bis Freitag auf Montage und Anneliese Köberle war auch nach der Geburt der Kinder immer berufstätig. „Viele Jahre habe ich in Stadtallendorf gearbeitet und im Anschluss daran zehn Jahre als Servicekraft in der Harthbergkaserne Treysa. Gekellnert haben wir beide nebenberuflich, auch bei Konzerten der Petards“, erzählt sie.

Mehr als 25 Jahre führten beide dann verschiedene Gasthäuser, unter anderem auch das Gasthaus „Zur guten Quelle“ in Wasenberg, wo ihre Liebe einst begann. „Mein Mann konnte mich ja nur an den Wochenenden unterstützen und ohne Mithilfe unserer Familien wäre dies alles gar nicht möglich gewesen,“ erläutert die 78-Jährige. Und Otto verdeutlicht: „Wir haben wirklich unser ganzes Leben hart gearbeitet und waren immer unterwegs. Das hat uns fit gehalten.“ Zum Ausgleich gönnte sich das Paar schöne Urlaubsreisen. Anfangs mit der ganzen Familie und später mit Freunden in Deutschland, Österreich und quer durch Europa. „Schön war es dann später auch mit unseren Enkeln auf Sylt“, so Anneliese Köberle.

Drei Enkel hat das Diamantene Paar, ein Mädchen und zwei Jungen, alle schon erwachsen. Tochter Nicole wohnt mit ihrer Familie im Elternhaus, Tochter Bettina lebt in Berlin. „Neben unseren Reisen bleibt noch Zeit für Hobbys. Wir sind beide gerne im Garten, lesen viel und mit einem eigenen Haus wird es ja nie langweilig“, ergänzt Anneliese Köberle.

Eine große Jubiläumsfeier findet nicht statt. Die Familie geht am 3. März – dem Tag der kirchlichen Trauung – gemeinsam essen. „Wir sind froh, dass es uns gesundheitlich recht gut geht.“ Und dass dies so bleibt, erhofft sich das Jubiläumspaar für die nächsten gemeinsamen Jahre. (Ute-Anemone Lorenz)

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