Die Gesellschaft für Familienkunde organisierte Treffen für Ahnenforscher

Sie arbeiten die alten Quellen auf

Ahnenforscher: Monika Karol und Bodo Schade von der Gesellschaft für Familienkunde hatten eingeladen. Foto:  Rose

Ziegenhain. Geburts- und Sterbedaten sind es nicht allein, die Licht in manche Familiengeschichte bringen. Vielmehr sind es Briefe, Einträge in Kirchenbüchern und Notizen, die einen faszinierenden Einblick in das Leben von Einst geben können.

Doch nicht immer es leicht, diese Quellen zu finden, zu lesen und richtig zu deuten. Hierbei hilft die Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck. Der Verein hatte zu einem Ahnenforschertreffen nach Ziegenhain eingeladen.

Monika Karol und Bodo Schade stellten die Aktivitäten der Gesellschaft vor. Häufig verberge sich hinter der Familiengeschichte auch die Dorfgeschichte, kämen Unglücke zutage. Die Einträge in den Kirchenbüchern ließen Rückschlüsse auf die damalige Struktur und Organisation zu, erläuterte Schade.

Verarbeitung am Computer

Besonders bei unkenntlichen oder fehlenden Textfragmenten und bei Handschriften wie Sütterlin seien erfahrene Familienkundler gefragt. Der Verein könne diese Kontakte vermitteln. Zur Geschichten gehörten immer auch Bilder, soweit vorhanden. Wichtig sei auch im Hinblick auf folgende Generationen, die eigenen Forschungen aufzuschreiben, „mit den dazugehörigen Quellen“.

Schade empfiehlt, Daten und Fakten in Computerprogrammen zu verarbeiten. Bei Forschungen hilfreich seien Standesämter. Die gebe es in Deutschland seit etwa 1875. Hier gebe es allerdings Sperrfristen. Bei Geburten dürften Nicht-Verwandte nur Daten einsehen, die älter als 110 Jahre sind.

Standesamt gibt Aufschluss

Auch Nebenregister der Gemeinden können Aufschluss geben. Vor den Standesämtern habe es gerichtliche Eheanzeigen gegeben, etwa ab 1830. Davor seien als wichtigste Quelle die Kirchenbücher zu nennen: „In Hessen sind viele mikroverfilmt und einsehbar“, erklärte Schade. Aktuell sei ein zentrales digitales Archiv für Kirchenbücher in Stuttgart in Arbeit, „Archion“ gehe im Frühjahr in Betrieb, aktuell laufe eine Online-Testversion.

Sehr zu empfehlen sei für Recherchen das Landesgeschichtliche Informationssystem Hessen, kurz Lagis, mit detaillierten Plänen, Bild- und Kartendokumenten. Das Treffen in der Schwalm soll wiederholt werden. (zsr)

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