Energiegenossenschaft stellte in Ottrau ihre Pläne für den Bau des Windparks Die Gleiche mit sechs Winderädern vor

Arbeiten könnten im Februar beginnen

Interesse der Zuhörer: Aufmerksam verfolgten die Besucher der Informationsveranstaltung zum geplanten Windpark die Ausführungen der Redner. Fotos: Rose

Ottrau/Schrecksbach. Die Bauarbeiten für den Windpark Die Gleiche in den Gemarkungen Ottrau und Schrecksbach könnten im Frühjahr beginnen. Zurzeit warte man auf die Baugenehmigung, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Werner Braun von der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle in Ottrau. Beim Informationsabend sprachen Horst Kaisinger, Dr. Brigitte Buhse und Johannes Rudolph (EAM Natur) über den Stand der Planung.

Insgesamt 50 Zuhörer wollten mehr über den geplanten Windpark wissen. Dabei ging es unter anderem um die Wirtschaftlichkeit. Die Energiegenossenschaft habe Wirtschaftsberechnungen erstellen lassen. Die Zahlen haben die Gemeinden prüfen lassen.

So soll der Windpark entstehen: Die EAM Natur tritt als Projektierer auf. Betreiber wird die Energiegenossenschaft. Johannes Rudolph (EAM Natur) machte deutlich, dass es sich um sechs Anlagen mit einer Nabenhöhe von 149 Metern handelt, die im Wald zwischen Immichenhain und Schrecksbach gebaut werden sollen. 30 Millionen Euro soll der Windpark kosten.

Die Kranstellplätze würden nahe an bereits bestehenden Forstwegen liegen. Man nutze überwiegend Areale, die bereits beeinträchtigt seien. „Die gerodeten Flächen müssen an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden“, betonte Rudolph.

Wenn die Baugenehmigung vorliege, könne bereits im Spätwinter mit der Rodung begonnen werden. Im zweiten Quartal 2015 folge der Bau der Infrastruktur, im Herbst die Aufstellung der Anlagen. Laut den Planungen soll der Windpark Ende des kommenden Jahres ans Netz gehen.

Das wollen die Gemeinden investieren: Der Betrieb des Parks laufe dann über einen Poolvertrag, erläuterte Dr. Buhse: Eine Anlage werde von der EAM Natur betrieben, zwei von den Kommunen – ebenfalls in Form einer GmbH – und drei von der GmbH Bürgerwind. Die Gewerbesteuer fließe anteilig in die Kassen von Schrecksbach und Ottrau. Beide Gesellschaften seien hundertprozentige Töchter der Energiegenossenschaft.

In den Gemeinden Ottrau und Schrecksbach wird noch in dieser Woche über eine Gründung der Interkommunalen Windenergiegesellschaft abgestimmt. Bei einem positiven Entscheid müssten die Gemeinden jeweils 12 500 Euro für die Gründung der GmbH einbringen, erklärte Schrecksbachs Bürgermeister Andreas Schultheis im Gespräch mit der HNA. Danach werden jeweils 250 000 Euro als Einlage in die GmbH fällig, hinzukommt eine Bürgschaft von 1,25 Mio. Euro pro Gemeinde. Finanziert wird das über Kredite.

So können sich Anwohner beteiligen: Für die drei Anlagen mit Bürgerbeteiligung liege das Investitionsvolumen bei 15 Millionen Euro: 4,5 Millionen Euro sollen laut den Plänen aus der Bürgerbeteiligung kommen. Das von den Menschen eingebrachte Geld fließt in Nachrangdarlehen und Geschäftsanteile der Genossenschaft. Für die Darlehen war die Rede von einem Zins zwischen drei und 5,5 Prozent. Schwankungen im Ertrag könne man wegen des Windes nicht ausschließen. Aktuell werde geprüft, ob der erzeugte Strom auch an die Mitglieder vermarktet werden könne. Die Menschen, die auf den Schrecksbacher Eggenhöfen und in Immichenhain leben, zweifeln an der Wirtschaftlichkeit und sorgen sich um ihre Gesundheit, den Lärm und Schattenwurf.

Von Sandra Rose und Claudia Schittelkopp

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