Ehemaliges evangelisches Jugendheim in Treysa feiert heute seinen 60. Geburtstag

Arche bietet Raum für alle

Anlaufstelle für die Jugend: Das ehemalige evangelisches Jugendheim in Treysa wird heute 60 Jahre alt. Das Gruppenbild entstand beim Fotoworkshop. Repros: Rose

Treysa. Laut, hektisch, ein heilloses Durcheinander: So stellt sich Jugendarbeiter Sven Wagner das Leben auf der Arche Noah vor. „Und doch ist die Arche ein riesiges Schiff, das allen Raum bietet, die ihn brauchen“, schreibt er in der Kirchenzeitung.

Und der Schwalm-Bote titelte 1955 in seiner Überschrift „Ein Ort menschlicher Begegnung und christlicher Hoffnung für die Jugend“. Sven Wagner würde gern wissen, was das Haus – das ehemalige evangelische Jugendheim in Treysa, heute Arche – alles zu erzählen hätte.

Eines ist klar: In 60 Jahren hat sich manches bewegt, vieles verändert und doch ist die Arche ein Ort der Beständigkeit, als Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Familien. Gebaut wurde damals auf einem ehemaligen Gartengrundstück an der Ascheröder Straße.

Viel ehrenamtliche Hilfe

Pfarrer Roth vermittelte damals den Kontakt zu einer Brüdergemeinde mit Außenstelle in Kassel – auf deren Initiative wurde in Treysa 1954 mit dem Bau begonnen. Neben Firmen leisteten viele Jugendliche ehrenamtliche Arbeit. Sie alle waren Teilnehmer eines „Internationalen Work-Camps“ und kamen aus Nordamerika, Italien, Frankreich, Holland, Schweden, Österreich und Deutschland.

Mit dabei waren auch Treysaer, etwa Kurt Dönges oder auch Rainer Göbel. Der frühere Pfadfinder schreibt: „Begegnungen mit Mitgliedern der Brüdergemeinde aus den verschiedenen Ländern waren für uns wie eine Begegnung der dritten Art.“

Das christliche Jugendheim – so hieß die Arche bis 1988 – war Treffpunkt verschiedener Gruppen, etwa der Pfadfindern, der Jungschar, Gruppen des CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen).

Mit der Bildung Schwalmstadts wurde auch die Jugendarbeit neu organisiert: Rosemarie und Roland Wagner traten in den Dienst der evangelischen Gemeinde. 1988 fand man im Begriff „Arche“ einen neuen, passenderen Namen für das Haus.

Kunsterzieherin Astrid Schimmelpfennig gestaltete damals ein gut sichtbares Logo. Ulrike und Joachim Grössel verliehen der Arche als Gemeindediakone ihre persönliche Note, auf das Paar folgte Jugendarbeiterin Anke Nick und schließlich Sven Wagner.

Heute ist die Arche immer noch rege Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche, 42 ehrenamtlich Mitarbeitende stehen dem Jugendarbeiter zur Seite. Für Pfarrer Dieter Schindelmann ein klares Zeichen: „Die Arche tut dem Gemeindeleben gut.“

Nur für die Jugendarbeit

Viele Junge, die sich engagierten, blieben der Gemeinde auch später erhalten. Die Arche sei das einzige reine Gemeindehaus für Jugendarbeit im Kirchenkreis. Neben festen Gruppen wird das Leben im Haus durch Konfirmanden bereichert.

„Manche kommen auch einfach nach der Schule, um sich hier zu treffen“, sagt Wagner. Dazu gehören auch Stella Klemm (19) und Denis Stumpf (18). „Ich bin gefühlt schon immer in der Arche zuhause“, erzählt die 19-Jährige, die längere Zeit unter anderem den Mädchentreff leitete. Stumpf kam als Konfirmand, um zu bleiben: „Ich fühle mich hier einfach wohl.“

HINTERGRUND

Von Sandra Rose

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