Ziegenhainerin gastiert beim documenta-Fest

Arnold Bodes Büro in der Luisenstraße

Roswitha Aulenkamp

Ziegenhain. Beim Geburtstagsfest der documenta am Sonntag, 19. Juli, wird auch die Ziegenhainer Komponistin und Pianistin Roswitha Aulenkamp mit von der Partie sein.

Ihre Auftritte sind Teil des Konzertprogramms „Reflecting Pool – Tabula Rasa“ der Dozenten und Lehrbeauftragten der Uni Kassel ab 13 Uhr und ab 14.30 Uhr im Gießhaus in der Mönchebergstraße in Kassel.

Die Ziegenhainer Künstlerin spielt in diesem Programm eine eigene Komposition für Klavier und Zuspielband, die nach Anregungen von Arnold Bode Anfang der Siebziger Jahre entstanden ist. Die Uraufführung der Komposition war anlässlich der documenta 5.

Sie erinnert sich: „Documenta-Gründer Arnold Bode hatte einen großen Kreis Studenten und Künstler um sich versammelt, mit denen er Projekte unterschiedlichster Art initiierte. In den Jahren 1968 bis 1970 beschäftigte er sich mit einigen Künstlern und Studenten dieser Gruppe mit den Projekten „Operationen“ im Museum Fridericianum und einer Städtebauausstellung in der Gruga Halle in Essen. Beide Ausstellungen wurden in unserer großen Altbauwohnung in der Luisenstraße 20 in Kassel vorbereitet. Dort hatte Arnold Bode ein Büro für diese Zeit. Die Wohnung wurde ebenfalls für Projekte wie Musik und Malerei genutzt und hieß Forum L20. Ich spielte Schönberg und Brahms, eigene Kompositionen und vertonte Bilder.

Die einzige Musikerin

Die Ausstellung „Operationen“ sollte die Lücke zwischen den Documenta-Ausstellungen füllen. Es waren 106 Teilnehmer, ich war die einzige Musikerin. Jeder bekam einen Raum. Ich hatte eine graphische Partitur zu meiner „Musique concrete“ um den gesamten Raum gespannt, die Musik – nach Texten der „Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke kam vom Band, unterstützt von einer Dia-Serie mit sprechenden Personen.“

Teile aus diesem Werk werden in dem Konzert am kommenden in der Universität hören sein. (syg)

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