Oberaulaer Parlament beschloss kommunale Beteiligung an Energieversorger

Auch sie sind mit von der Partie

Oberaula. Mit einer Gegenstimme beschlossen Oberaulas Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Olberode die kommunale Beteiligung ihrer Gemeinde an der EAM.

Schon das Ausmaß der Beschlussvorlage ließ die Komplexität der Thematik erahnen. Der Tagesordnungspunkt umfasste neun Unterpunkte. „Ich weiß, dass sie noch niemals einen solche Fülle von Informationen zu einem einzelnen Thema bekommen haben. Es ist keine leichte Kost, die man lesen und verstehen muss“, honorierte Bürgermeister Klaus Wagner das Engagement der Parlamentarier, die sich monatelang in das schwierige Thema einarbeiten mussten. Schließlich ging es für die finanzschwache Kommune ums Geld.

Keine Ablehnung

Noch einmal rührte Wagner kräftig die Werbetrommel für das Megaprojekt, um auch die letzten Zweifler zu überzeugen. Es sei die größte interkommunale Zusammenarbeit in Nordhessen, und bislang habe noch keine Kommune die Beteiligung abgelehnt, so das Gemeindeoberhaupt.

„Es geht heute um die Beteiligung an unserem regionalen Energieversorger und Netzbetreiber. Nunmehr kehrt die EAM in die kommunale Familie zurück. Damit wird ein Fehler korrigiert“, warb Wagner um eine breite Mehrheit über Parteigrenzen hinweg.

Das finanzielle Risiko für Oberaula sei aufgrund des langen Zeitraums überschaubar, erklärte Wagner. Insgesamt gehe es um 1,8 Millionen Euro, welche durch Bürgschaften abgesichert seien. „Unser Unternehmen soll sich aber im Grunde selber finanzieren“, so der Bürgermeister zuversichtlich.

Marianne Hühn von der SPD schloss sich als erste Rednerin den Ausführungen des Bürgermeisters vorbehaltlos an: „Es ist heute eine entscheidende Stunde für Oberaula. Es macht Sinn.“ Hühn sah in der EAM-Beteiligung auch eine Chance im Kampf gegen den Klimawandel. „Alleine können wir es nicht schaffen. Die Zukunft liegt im dezentralen Strom“, zeigte sich die Sozialdemokratin überzeugt.

Mehr Chance als Risiko

Auch wenn die hohen Summen sicherlich geeignet seien, Bauchschmerzen zu verursachen, bietet eine Beteiligung mehr Chance als Risiko, erklärte der Sprecher der CDU, Alexander Erler: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Privatisierung nicht immer der richtige Weg ist.“

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Von Matthias Haaß

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