Auf der Suche nach Sicherheit

Schwalm: Corona-Testzentren im Altkreis werden gut angenommen

In Willingshausen wird die Corona-Testung gut angenommen. Thomas Schneider vor dem Testzelt der Apotheke Malerstübchen. 29 Stunden Testungen bietet die Apotheke pro Woche an.
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In Willingshausen wird die Corona-Testung gut angenommen. Thomas Schneider vor dem Testzelt der Apotheke Malerstübchen.

Schwalm – Während die Corona-Infektionszahlen bundesweit steigen, sprießen lokale Testzentren für Jedermann aus dem Boden. Eine kleine Rundreise durch den Altkreis Ziegenhain.

Treysa

Als Kai Krähling gestern Morgen um 9 Uhr das neue Corona-Testzentrum in der Treysaer Bahnhofstraße öffnete, standen die Leute bereits vor der Glasfront Schlange. Manche mochten sich wundern, dass die Walpurgis-Apotheke aus Gilserberg im ehemaligen Sportgeschäft Gundlach zum Test einlud – doch es war der Gilserberger Apotheker, der die Idee dazu hatte, die HNA berichtete.

Testen ohne Termin: Wer spontan vorbei kam, durfte eintreten. Thekla Pamotat und Torsten Stickan machten gerne davon Gebrauch – die sogenannten Bürgertestungen sind kostenlos. Einzige Bedingung ist, gesund zu sein – wer Erkältungssymptome aufweist, wird nicht zugelassen. Personalausweis vorlegen, Kontaktformular unterschreiben – schon kann es losgehen. Wo früher Sportklamotten verkauft wurden, stehen nun vier Gartenpavillons. Daniela Schnorr-Babik ist eine der Helferinnen, die das Testzentrum unterstützen. „Mithelfen, dass Normalität ganz schnell wieder hergestellt wird“, sagt sie. Die Frielendorferin ist selbstständige Friseurin. Zwar darf sie zurzeit ihr Geschäft wieder öffnen, doch der Einkommensverlust des Lockdowns schmerzt noch immer. Jetzt fährt sie zwei Schichten – morgens im Testzentrum, nachmittags als Friseurin.

Treysa: Daniela Schnorr-Babik aus Frielendorf und hat gerade einen Abstrich bei Thekla Pamotat (hinten) gemacht.

Willingshausen

Auch Apotheker Marco Luckhardt von der Apotheke Malerstübchen in Willingshausen hat zusätzliches Personal eingestellt. 29 Stunden Testungen bietet er pro Woche an – alle zehn Minuten eine. Ab kommender Woche, wenn die Buchungsplattform per QR-Code-läuft, will er im fünfminütigen Rhythmus Abstriche machen – „dann fällt hoffentlich das aufwändige Eingeben der Personendaten weg“, so der 48-Jährige.

Als am 1. März Gesundheitsminister Spahn die Bürgertests erlaubte, hat der Apotheker sich beim Gesundheitsamt sogleich darum bemüht, dies auch bei seiner Apotheke anbieten zu können. Auch bei ihm werden die Abstriche für die Antigen-Schnelltests in einem weißen Gartenpavillon abgenommen – der steht jedoch im Freien vor der Apotheke.

Noch hat es sich nicht überall in Willingshausen herum gesprochen – Bianca Kolakusic hatte sich bereits für Gründonnerstag einen Testtermin in Neukirchen besorgt, „doch nun werde ich mich hier in Willingshausen anmelden, dann brauch ich nur um die Ecke zu gehen“, so die 32-Jährige.

In zwei Intervallen vor- und nachmittags bietet Luckhardt die Testungen an – von 8.45 bis 11 Uhr waren es gestern allein 22 – eine Ziegenhainer Firma hatte gleich die ganze Belegschaft angemeldet.

„Es wäre von Vorteil, wenn bald alle Arbeitgeber testen lassen würden“, sagt Thomas Schneider aus Willingshausen. „Ich möchte mich sicher fühlen“, so der 51-Jährige, der die unkomplizierte Vorgehensweise lobt: „Ich hatte gestern erst angerufen und gleich für heute Morgen einen Termin bekommen.“

Gilserberg

Der bürokratische Aufwand liegt eher bei denen, die die Tests anbieten, sagt Mareike Schöller von der Hochlandpraxis Gilserberg. Dort wird getestet, seitdem Corona im Umlauf ist. Auch Antigen-Schnelltests hat die Hausarztpraxis für Lehrer und Erzieher bereits angeboten, bevor es die sogenannten Bürgertests gab – Testen gehört zur Routine.

Bürokratischer Aufwand: In der Hochlandpraxis Gilserberg verschickt Hausärztin Mareike Schöller die Testergebnisse per Email an die Patienten.

„Der Abstrich dauert nur eine Minute, doch was dran hängt, ist sehr zeitaufwändig“, so die Allgemeinmedizinerin. Einen Pavillon braucht die Praxis nicht, die Tests werden unter dem großen Vordach im Freien vorgenommen, täglich rund ein Dutzend, Tendenz steigend. Um 10 Uhr sind es fünf, später um 11 Uhr nochmal zwei Patienten, die sich von Schöller testen lassen, nachmittags geht es weiter.

Nach 15 Minuten steht das Ergebnis fest. Dann verschickt sie es per Email an die Patienten. Wer keine Email-Adresse hat, wartet so lange vor der Praxis auf das Ergebnis. „Bislang hatten wir in der ganzen Zeit nur einen Schnelltest, der positiv war“, so die Ärztin. (Kerstin Diehl)

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