Der Bezirkslandfrauen-Verein Ziegenhain feiert kommenden Samstag 50. Geburtstag mit einem Festakt

Ein Aufbruch in die Zukunft

Aus dem Erinnerungsfotoalbum: Damen des Bezirkslandfrauenvereins Ziegenhain 1989 bei der Grünen Woche in Berlin. Fotos: 2 Rose/1 Repro 

Schwalm. Das Klischee der ewig kochenden und backenden Landfrau erfüllen Renate Erhardt und Angelika Schneider nicht: Davon sind die Vorsitzende und die Geschäftsführerin des Bezirkslandfrauen-Vereins Ziegenhain überzeugt. „Die Zeiten, wo wir darauf reduziert wurden, sind zum Glück lange vorbei“, sind die Frauen überzeugt.

Sie wissen, wovon sie sprechen: Beide sind seit Jahrzehnten überzeugte Landfrauen. Aktuell steht ein großes Jubiläum bevor. Am kommenden Samstag, 25. Januar, feiert der Bezirkslandfrauen-Verein Ziegenhain 50. Geburtstag. Das wollen die Frauen nicht nur mit einem Festakt feiern. „Es wird viele Veranstaltungen rund ums Jahr geben“, erklärte Renate Erhardt. Sie und viele andere Frauen könnten rückblickend sicher mit Stolz sagen, dass sie dank des Vereins selbstbewusster geworden seien. „Unsere Frauen haben sich in vielen Sparten Wissen angeeignet. Wir wissen, von was wir sprechen und werden in den Orten gehört“, sagt die Vorsitzende.

Allein in Hessen gebe es etwa 40 Bezirksvereine mit insgesamt 50 000 Mitgliedern. Viele Impulse erhielten die Vereine immer wieder Landesverband. Einer Oberstudienrätin Köchling, die damals an der Ziegenhainer Landwirtschaftsschule tätig war, sei es zu verdanken, dass sich „wissensdurstige Frauen“ zusammen fanden und sich Ortsvereine entwickelten. Angesprochen werden sollten Frauen auf dem Land, überwiegend jene aus der Landwirtschaft. „Es ging darum, Themen anzubieten, die das Leben auf dem Land interessanter machen - und Frauen anzusprechen, gleich welchen Alters, politischer Einstellung oder Konfession“, erläutert Angelika Schneider. Auch Marianne Kaufmann und Barbelies Schäfer engagierten sich stark: Sie waren verantwortlich für die Herausgabe von Kochbüchern und gaben Schwälmer Stickerei weiter. „Wir Landfrauen sind heute ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.“ Sprach man früher überwiegend junge Frauen an, sieht es heute mit dem Nachwuchs eher spärlich aus. „Das Angebot ist für junge Frau auch auf dem Land sehr vielfältig geworden. Und alles, was sie wissen möchten, können sie sich heute selbständig auch übers Internet aneignen“, so Renate Erhardt. Vielfach gehe es in den Ortsvereinen auch darum, die Älteren fit und auf dem Laufenden zu halten. Es gebe aber auch junge Frauen, die sich in den Orten engagierten: In Sachsenhausen entwickele sich gerade eine rege Mitarbeit der Jungen.

„Unsere Wertevorstellungen sind noch groß. Wir wollen Traditionen bewahren, aber Altes auch weiter entwickeln und der Zukunft weiter geben.“

Die Bezirkslandfrauen

Renate Erhardt und Angelika Schneider stehen in engem Kontakt mit den 15 Ortsvereinen: „Wir geben Denkanstöße und sehen die Vorsitzenden als Multiplikatorinnen“, sagen sie. Die Landfrauen deckten mittlerweile in riesiges Spektrum ab: „Jeder Ortsvorsteher ist froh über einen Landfrauenverein.“ Sicher spiele auch heute die Tradition noch eine Rolle: „Unsere Wertevorstellungen sind noch groß. Wir wollen Traditionen bewahren, aber Altes auch weiter entwickeln und der Zukunft weiter geben“, sagt die Vorsitzende. Man lerne andere Frauen kennen und werde im wahrsten Sinne des Wortes „reich an Leben“.

Der Landesverband ermutige dazu, sich als Landfrau einzumischen - auch politisch. „Man profitiert für sich und für seine Familie“, sind Erhardt und Schneider überzeugt.

Von Sandra Rose

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