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Schwalm: Dekan Christian Wachter über die Hoffnung des Osterfestes

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Totenkirche in Treysa. Interessante Perspektive. Blick in den Himmel
Totenkirche in Treysa. Interessante Perspektive. Blick in den Himmel © Ben Jäger

Dekan Christian Wachter über die Hoffnung des Osterfestes. Aufstand gegen den Tod

Schwalm. Es ist dunkel in der Kirche. Texte erklingen, erfüllt von Bedrängnis und Tod. Ein Chor singt zaghaft: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet. Der leise Gesang tut gut, trägt Kummer und Sorge, gibt Halt. Manche summen mit. An den Säulen spiegelt sich zaghaft das Licht der Osterkerze. Sie wurde draußen am Feuer entzündet. Hinten in der Kirche wartet sie auf ihren Einsatz. Unser Licht heißt Christus.

Die Texte, die Gebete und der schlichte Gesang münden in diesen einen Text, um den es heute geht, der davon erzählt, dass Frauen mit Salböl bewaffnet am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang zum Grab gehen.

Darum sind auch wir morgens ganz früh in der Kirche. In den Augen noch die Tränen der Trauer. Wir sind mit Kerzen bewaffnet. Wir hören, wie erschrocken die Frauen sind. Das Grab ist leer. Licht scheint aus der Höhle. Ein Bote fragt die ängstlichen Frauen: Warum sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?

Die Orgel erklingt. Festlich und klangvoll. Ein strahlender, alter Hymnus ohne Halbtobschritte, ohne Zweifel, ohne Unsicherheit, Musik zum Einstimmen: Christ ist erstanden von der Marter allen, des soll‘n wir alle froh sein. Christ will unser Trost sein.Es wird im Stehen gesungen. Natürlich. Das Licht der Osterkerze wird verteilt. Wer eine Kerze in den Händen hält, bekommt auch Licht.

Es wird hell, drinnen in der Kirche und draußen, wo die Nacht dem neuen Morgen weicht. Christ ist erstanden! Es ist ein Lied des Aufstandes gegen den Tod.

Ich kann es nicht im Sitzen singen: Steh auf gegen die Gewalt und gegen die Mächte der Finsternis! Steh auf gegen Bomben und Krieg! Steh auf für den Frieden!

Christian Wachter Dekan
Christian Wachter Dekan © Privat

Ja, die Zerstörer haben eine erschreckende Kraft und eine Macht, mit der sie die Welt der Wehrlosen in Angst und Schrecken versetzen. Heute Morgen aber sehne ich mich nach der Gewissheit im Glauben: Diese Mächte des Todes haben nicht das letzte Wort.Sie müssen am Ende wie die Nacht dem Licht Gottes weichen. Die Todesmächte sind nichts gegen jene Macht, die das Leben schafft, die Schöpfermacht, die Osterglocken auf Gräbern zum Blühen bringt, die über den Tod hinaus vom Leben singt. Die leise Kraft des Lebens ist stärker als die laute Kraft des Todes. Das Leben siegt.

Das Osterfest der orthodoxen Christenheit ist in diesem Jahr am 24. April. Eine Woche nach uns feiern sie.

„Christos Voskrese“ werden ukrainische Gläubige einander zurufen. „Voistinu Voskrese“ können wir antworten.

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden, er, der uns gewiss macht: Das Leben wird siegen. Die gemeinsame Hoffnung auf Frieden macht uns stark. (Christan Wachter)

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