Bolongaro Sextett gastierte mit Programm „Novemberlicht“ in der Schlosskirche

Ausweg aus der Finsternis

In der Hospitalskapelle: Das Bolongaro-Sextett interpretierte barocke und romantische aber auch zeitgenössische Werke. Foto: Rose

Ziegenhain. Einen bewussten Kontrapunkt zum schwindenden Licht setzte das Bolongaro Sextett am Sonntagabend in der Schlosskirche in Ziegenhain: Sechs hervorragend ausgebildete Sänger - Sabina Vogel, Stephanie Muhl, Eva Stüer, Steffen Schwendner, Gabriel Heun und Jakob Zscheischler - entführten mit ihren eindringlichen Stimmen in ihr aktuelle Programm „Novemberlicht“.

Darin verarbeiteten sie das zentrale Thema des Monats, die christliche Tradition des Totengedenkens. In ihrem Programm mischten die Akteure gekonnt Werke verschiedener Epochen und zeigten auf, dass sich Komponisten zu jeder Zeit auch immer mit dem Tod auseinander setzten. Verbindendes Element war zum Einen die Vergänglichkeit, zum Anderen die erlösende Vorstellung des ewigen Lebens, des Lichts und der Hoffnung. Barocke, romantische, aber auch zeitgenössische Werke interpretierte das Sextett sensibel und mit viel Seele. Stimmig und harmonisch fügten sich das Tembre der Einzelnen zu einem beeindruckenden Klangkörper. „Wir laden Sie dazu ein, das Licht in sich zu suchen und es bewusst als Gegenpol zum Tod zu erleben“, erklärten die Akteure. So weise etwa die Motette von Johann Bach den Weg ins ewige Leben - verarbeitet seien hier christliche Bibelzitate.

Mit Werken von Nees, Kreek, Poulenc und Mendelssohn Bartholdy wechselte das Sextett in eine markantere Sprache: Besonders Poulencs Komposition fiel durch ihre spannungsreiche Harmonik auf.

Die Formen des Wandelns zwischen den Welten beschrieben unter anderem Werk von Schumann und Nystedt. Mit diesen Texten, die aus der Finsternis hinaus lenken sollten, zeigten die Akteure den „Ausweg aus Einsamkeit und Finsternis“. Eindringlich interpretierten die Sechs „Selig sind die Toten“ von Heinrich Schütz. Die Zuhörer ließen sich von der Stimmung auf das Wunderbarste einfangen - still lauschten sie.

Am Schluss fiel der Applaus dafür herzlich und begeistert aus.

Von Sandra Rose

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