Betroffen ist der Abschnitt Treysa/Stadtallendorf

Naturschutzbund reicht Klage gegen Weiterbau der A 49 ein

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Brücke an der künftigen A 49 bei Frankenhain: Durch das 700.000-Euro-Bauwerk bei Treysa gilt der Abschnitt Neuental/Schwalmstadt als begonnen.

Schwalmstadt/Marburg. Gegen den Bauabschnitt Treysa/Stadtallendorf  der A 49 hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht.

Das bestätigten der Sprecher des Nabu, Wulf Hahn (Marburg), und Reinhard Forst von der Aktionsgemeinschaft Schutz des Ohmtals (Amöneburg) auf HNA-Anfrage.

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Einzelheiten sollen laut Hahn und Forst erst nächsten Monat bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mitgeteilt werden. Dann werde die Begründung an das Leipziger Gericht vorliegen. Bisher sei lediglich die Klage fristgerecht eingereicht worden.

Diese Frist richtet sich nach der öffentlichen Auslegung des Planfeststellungsbeschlusses, der acht Wochen lang unter anderem im Rathaus Treysa einsehbar war. Nach seiner Kenntnis habe aber kein einziger Lokalpolitiker Einsicht in den 800 Druckseiten umfassenden Beschluss genommen, berichtete Forst.

Klage hat aufschiebende Wirkung

Die Klage habe aufschiebende Wirkung, das bedeute, vor dem Abschluss des Verfahrens könnte nicht mit dem Bau des Abschnitts begonnen werden. Fachleute rechneten damit, dass das Urteil in einem Jahr vorliegen werde.

Ausbau der A49: Die Autobahn im Wandel der Zeit

Die Anfänge: Der Bau des ersten Streckenabschnitts der A 49 wurde 1971 begonnen und führte bis Gudensberg. Diese Aufnahme aus dem Oktober 1973 zeigt die Anhöhe bei Dissen. © 
Die Autobahn A 49 im Oktober 1973. © 
Freigabe der Autobahn A 49 am 12. 8. 1975. © 
Bundesverkehrsminister Kurt Gscheidle (mit Schere) gibt am 12. August 1975 den Abschnitt von Gudensberg bis Fritzlar für den Verkehr frei. © 
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Verkehrsminister Alfred Schmidt, FDP-Kreisbeigeordneter Conrad Fischer und Regierungspräsident Dr. Ernst Wilke (von links) beim Spatenstich für die Strecke bis Neuental. © 
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Markierungspfähle für A49-Trasse bei Frankenhain. © 
Markierungspfähle für A49-Trasse bei Frankenhain. Sie markieren den Mittelpunkt der Fahrbahn. © 
Markierungspfähle für A49-Trasse bei Frankenhain, links zwei Aussiedlerhöfe. Dort wo die Treckerspur verläuft, liegt etwa der geplante Tunnel durch den Berg. © 
Betroffene Gemeinde Frankenhain: Trasse führt direkt an Ort vorbei. © 
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Ende der A 49 bei Neuental. © 
A49-Baustelle bei Schwalmstadt. © 
A49-Baustelle bei Schwalmstadt: Eine kleine Rednertribüne für den Spatenstich am 15.3.2011 ist hergerichtet. © 
A49-Weiterbau bei Neuental-Bischhausen. © 
Spatenstich für A49-Weiterbau bis Treysa © 
Spatenstich für A49-Weiterbau bis Treysa © 
Spatenstich für A49-Weiterbau bis Treysa © 
Spatenstich für A49-Weiterbau bis Treysa © 
Spatenstich für A49-Weiterbau bis Treysa © 
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Die Klage betrifft nicht den vorhergehenden, 11,8 Kilometer langen Bauabschnitt Neuental/Schwalmstadt (VKE, Verkehrskosteneinheit, 20), der durch das Brückenbauwerk bei Schwalmstadt-Frankenhain als im Bau befindlich gilt. Das Geld für diesen Abschnitt sei „im Prinzip bewilligt“, sagte Forst im Gespräch mit der HNA über die Realisierungs-chancen. Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von 205 Millionen Euro. Er halte es aber für denkbar, dass die Bundesregierung umdenkt, wenn deutlich werde, dass der Abschnitt Neuental/Schwalmstadt allein keinen Verkehrswert habe.

Ermutigung für Initiativen

Die Klage wird von einer Regensburger Anwaltskanzlei geführt und sei durch zahlreiche private Spenden zwischen 20 Euro und 2000 Euro möglich geworden. Sie kostet insgesamt 25 000 Euro, ein Drittel davon bringe der Nabu auf. Im Boot ist auch die Initiative Schwalm ohne Autobahn. Reinhard Forst: „Es ist eine große Ermutigung für uns, dass die Klage zustande gekommen ist.“

Im Januar war der Planfeststellungsbeschluss für den 13 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Schwalmstadt und Stadtallendorf (VKE 30) unterzeichnet worden. Die Kosten dafür sind mit 130 Millionen Euro veranschlagt.

Verkehrsminister Dieter Posch teilte auf HNA-Anfrage mit: „Wir haben in Hessen an vielen Stellen - auch an der A 49 - gezeigt, dass wir Straßen im Einklang mit dem Naturschutz planen und bauen können. Das haben uns zahlreiche Gerichtsverfahren bestätigt. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass auch die Klage des Nabu gegen den vorletzten A 49-Abschnitt erfolglos bleiben wird.“

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