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Autorin Silke Burmester über Um- und Aufbruch von Frauen

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Das Foto zeigt Silke Burmester.
Silke Burmester beschäftigt sich mit dem Thema „Modern Aging“. © Silke Burmester

Die Hamburger Autorin und Journalistin Silke Burmester kommt am Sonntag nach Treysa. Im Interview spricht sie über ein neues Bild vom Altern.

Treysa – Silke Burmester ist Gründerin des Onlinemagazins Palais F*luxx, Dozentin, Moderatorin und Buchautorin. Ihre Lesung im Kino Burgtheater trägt den Titel „Mutterblues – Mein Kind wird erwachsen, und was werde ich?“ Die 56-Jährige arbeitet mit und für „21 Millionen Frauen in Deutschland, die über 47 Jahre alt sind“.

Frau Burmester, Sie haben reichlich Themen und Botschaften in Sachen „Modern Aging“ im Gepäck, bitte nennen Sie mal eines.

Viele Frauen und Mütter erwachsen gewordener Kinder meinen, sie seien die einzigen, die unter den großen Veränderungen leiden. Das ist völlig falsch.

Weil man über die Probleme der Wechseljahre nicht spricht?

Ja, das Thema war sehr lange ein Tabu, immerhin verändert sich gerade vieles. Und sofort entdeckt es die Wirtschaft für sich, weil sich jetzt ein gutes Geschäft damit machen lässt. Immer geht es um den Körper, das Bereitsein zur Leistung. Wir sollen immer alles können. Dabei sind die Zuschreibungen für die Frauen der Altersgruppe total negativ.

Was ist denn positiv in dieser Phase?

Da ist ganz viel Kraft, Power, Lust und eben auch ganz viel Umbruch. Uns treibt dabei die Frage um, wie will ich mein Leben gestalten? Das zukünftige und das gegenwärtige.

Was sagt die Gesellschaft dazu?

Die Frauen über Mitte vierzig stellen ein Viertel dieser Gesellschaft dar, 21 Millionen Menschen. Doch diese Gruppe kommt eigentlich an vielen Stellen nicht vor. Das muss sich ändern, und das erlebe ich auch, zum Beispiel rund um die Online-Plattform Palais F*luxx für Frauen ab 47, wo sich eine große Gemeinschaft bildet.

Sie sind die Gründerin von Palais F*luxx und haben sich auch in Ihrem Buch intensiv mit der Sicht auf Frauen in den Wechseljahren beschäftigt. Was wissen Sie heute?

Es entsteht gerade ein neues Altersbild, weg von der Rolle der sich kümmernden Frau. Das ist spannend. Eine Freundin hat es so ausgedrückt: „Wir sind mit David Bowie sozialisiert, wir werden doch nicht mit 60 beginnen, Schlager zu hören.“

Was wollen die Frauen der Generation/en?

Völlig klar, wir wollen gestalten und denken gar nicht dran, Beige zu tragen. Es hat sich viel verändert. Mitunter hören wir dieselbe Musik wie unsere Kinder, haben die gleichen kulturellen Interessen. Und das gute Verhältnis zu unseren Kindern ist uns auch sehr wichtig.

Manche machen der sogenannten Boomer-Generation auch Vorhaltungen, ist das gerechtfertigt?

Das trifft da zu, wo es die weltweite Umweltausbeutung geht. Aber für unseren Teil an der Gesellschaft gilt, dass wir noch immer höchst lebendig und keineswegs uninteressiert sind.

Sylke Burmeister liest im Kino Treysa

Zur Veranstaltung am Sonntag, 20. November, 18 Uhr, Kino Treysa, laden die Stadt Schwalmstadt und das Büro für Frauen und Chancengleichheit des Landkreises ein. In der Lesung erzählt Silke Burmester, wie es Frauen gelingen kann, aus dem Einbruch einen Aufbruch zu machen und was weibliche Solidarität damit zu tun hat. Eintritt 8 Euro, Anmeldung nicht nötig.

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