Von den Bauarbeiten zum Nahwärmenetz in Wasenberg sind 53 Straßen betroffen

Bagger erobern das Dorf

Geduld wird nötig sein: Die Bauarbeiten am Nahwärmenetz der Energiegenossenschaft in Wasenberg laufen auf Hochtouren, damit müssen sich die Anlieger in fast allen Wasenberger Straßen arrangieren. Foto: Grede

Wasenberg. Über mehr als sieben Brücken werden die Wasenberger in den kommenden Monaten gehen müssen. Bagger und Bauarbeiter werden das Dorf fest im Griff haben. Die Baustellen für das circa 13 Kilometer lange Nahwärmenetz werden sich über 53 Straßen verteilen.

Bauarbeiten in dieser Dimension, bei denen die öffentliche Hand nur am Rande beteiligt ist, das ist für die Kommune eine Premiere, bestätigt Bürgermeister Heinrich Vesper. Denn Bauträger des Nahwärmenetzes, das in den gemeindeeigenen Straßen verlegt wird, ist die Energiegenossenschaft Wasenberg. Abgesegnet hatte das Vorgehen die Gemeindevertretung mit einem Gestattungsvertrag.

Für alle Beteiligten entwickelt sich das Vorhaben auch zu einem Großprojekt in Sachen Kommunikation – eine Herausforderung, was Absprachen und Lösungen angeht. Zwar sind die Wasenberger Tiefbauarbeiten in ihren Straßen gewöhnt – immerhin wurden in Willingshausen in den vergangenen Jahren 35 Millionen Euro in das Kanalnetz investiert, in der Vergangenheit sei allerdings abschnittsweise vorgegangen worden, erklärt Bürgermeister Heinrich Vesper. Diesmal sei ein Balanceakt zu stemmen. Es käme häufig zu Verzahnungen bei den Bauarbeiten und mehrere Straßen seien parallel betroffen.

Weg für Rettungsfahrzeuge

Die Gemeinde erwartet laut Bürgermeister Heinrich Vesper nicht nur, dass die ausführende Baufirma für die Verkehrssicherheit mit entsprechender Absperrung und Beschilderung sorgt. „Für uns ist auch wichtig, dass die Rettungswege frei bleiben“, so Vesper. Auch sollte deutlich sichtbar sein, dass Ansprechpartner in diesem Falle nicht die Gemeinde sei, sondern Baufirma und Energiegenossenschaft, betont Vesper.

Aus Sicht von Genossenschaftsvorsitzendem Heinz Heilemann wird dem Genüge getan. Er stehe mit allen beteiligten Hauseigentümern in Kontakt. Grundsätzlich würden alle betroffenen Haushalte über die Form der Arbeiten und das Vorgehen informiert.

„Wir sehen, dass sich Anlieger sehr intensiv mit den Bauarbeitern unterhalten“, erklärt er. Dabei gehe es zum Beispiel über die Zuwegung zum Haus, die über den Leitungsschacht überbrückt werden muss, oder um kurzfristige Straßensperrungen. Beschwerden seien bei ihm noch nicht angekommen.

Bis auf die Hauptdurchfahrtsstraßen gibt es somit kaum eine Straße, die nicht betroffen sein wird. 2,8 Kilometer sei das Leitungsnetz verlängert worden, um die beiden Landesstraßen ausklammern zu können, sagt Heilemann. Aktuell geht er davon aus, dass das Nahwärmenetz wie geplant zur nächsten Heizperiode an den Start geht.

350 Haushalte in 230 Gebäuden werden an das Nahwärmenetz in Wasenberg angeschlossen. Am Ortsrand in Richtung Ransbach entsteht bereits die Heizzentrale. Dort wird die EAM mit mehreren Blockheizkraftwerken Energie erzeugen. Insgesamt investiert die Genossenschaft 4,6 Millionen Euro. Die EAM ist außerdem mit der Planung und Umsetzung an dem Projekt beteiligt.

Von Sylke Grede

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