Die Ausstellung „Gib mir ein A“ der Stipendiatin Susanne Wagner wurde in der Kunsthalle eröffnet

Besucher Teil der Inszenierung

In der bewusst spartanischen Ausstellung: Stipendiatin Susanne Wagner.

Willingshausen. Zur Ausstellungseröffnung der Künstlerstipendiatin Susanne Wagner versammelten sich am Freitagabend rund 100 Besucher im Hof vor der Kunsthalle, lautstark von der Blaskapelle der Kirmesburschen begrüßt.

Bürgermeister Heinrich Vesper verwies auf die große Tradition der Willingshäuser Kirmes und zog eine Parallele zur Künstlerkolonie: „Auch die Maler damals haben gern gefeiert und getrunken.“ Zugleich zeige die Anwesenheit der jungen Männer und Frauen, wie gut sich Susanne Wagner in die Ortsgemeinschaft in den vergangenen drei Monaten integriert habe. „Sie ist hier angekommen“, fasste Vesper zusammen.

Auf Wunsch der Künstlerin hielt Bernhard Balkenhol seine Laudatio unter freiem Himmel. Die Ausstellung lebe davon, dass sie leer sei, so Balkenhol, deswegen sollten auch im Anschluss an seine Worte die Besucher nur in kleinen Grüppchen die Kunsthalle betreten, bat er. „Die Reduktion ist Prinzip“, erläuterte der Kurator. Der Titel der Ausstellung „Gib mir ein A“ beziehe sich auf die Stimmgabel, mit der ein Chorleiter den Grundton A schlage, um das nächste Lied anzustimmen. „In der Kunst gibt es keine Partitur“ erklärte der Balkenhol, „die Künstlerin muss alles selbst und neu entscheiden.“

Bis zu ihrer Ankunft in Willingshausen arbeitete Susanne Wagner als Performance-Künstlerin. Anfangs habe sie geplant, Menschen an bestimmten Orten mit Gegenständen auftreten zu lassen, doch ihre Faszination für die hiesigen Trachten und der achtsame Umgang mit den Stoffen verwandelten ihr Konzept, so der Kurator. Die spezielle Art des Anlegens richtete ihren Blick auf die Hände. So sind in der Ausstellung Bildausschnitte alter Schwälmer Fotos zu finden, auf denen die Hände die Hauptrolle spielen. Die Kunsthalle wird von einem langen Stoffballen dominiert. Daneben finden sich Tonkrüge, die die Frage aufkommen lassen, wie man sie benutzen soll, denn sie haben zu viele Henkel und die Ausgüsse sind nicht dort angebracht, wo sie hingehören. Drei Paar Schuhe mit schrägen Sohlen weisen auf das Gehen im Kreis hin.

Susanne Wagner ergänzt ihre Ausstellungsstücke mit auf die Wand geschriebenen Texten. „Es sind Beschreibungen und Anweisungen, eigentlich kleine Theaterstücke“ sagte Bernhard Balkenhol und lud die Besucher ein, die Bühne zu betreten und Teil der Inszenierung zu werden.

• Die Ausstellung „Gib mir ein A“ läuft bis Sonntag, 26. Juli, und ist täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet, samstags und sonntags zusätzlich von 10 bis 12 Uhr.

Von Christiane Decker

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