Stiftung Beiserhaus löst Förderverein ab

Betreuungskonzept in Profihänden

Blick auf die Eckhard-Vonholdt-Schule in Treysa: Die Betreuung der Kinder außerhalb des Unterichts soll grundlegend verbessert werden.
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Blick auf die Eckhard-Vonholdt-Schule in Treysa: Die Betreuung der Kinder außerhalb des Unterichts soll grundlegend verbessert werden.

Die Stiftung Beiserhaus übernimmt am 1. Januar die Trägerschaft des Ganztags- und Betreuungsangebots an der Eckhard-Vonholdt-Schule (EVS) in Treysa. Damit wird an der größten Grundschule des Landkreises ein neuartiger Weg beschritten. Träger war zuvor der Förderverein der Schule mit einem ehrenamtlichen Elternvorstand. In den letzten Jahren wuchs der Bedarf, sodass aktuell gut 200 Kinder von 16 Mitarbeitern auf 450-Euro-Basis betreut werden.

Treysa. Die Mitgliederversammlung des Vereins war einstimmig der Auffassung, dass dies im Ehrenamt nicht mehr zu bewältigen und zu verantworten ist.

Mit dem Treysaer Björn Keding, selbst seit drei Jahren Vereinsvorsitzender und zudem Direktor der Jugendhilfeinrichtug Beiserhaus in Rengshausen, lag ein Novum schon nah. Die Stiftung Beiserhaus suchte das Gespräch mit Schulträger, Schulamt und der Schule.

Zudem hatte Erzieherin Alena Meise, Systemische Therapeutin, die ihrerseits von der Stiftung kommt, schon diesen Sommer die pädagogische Leitung des Teams übernommen, sie soll zum Start die Rahmenbedingungen verbessern.

Wie Keding erklärt, ist die Grundfinanzierung für das Angebot derzeit mangelhaft – immer mehr Kinder verbrächten schließlich immer mehr Zeit in der Schule. Mehr Geld müsse für einen Zuwachs an pädagogisch geschultem Personal sorgen, „eine Professionalisierung der Betreuung ist längst überfällig“. Aufgrund der „schlechten Finanzierung sind in der Grundschulbetreuung derzeit hauptsächlich Mitarbeitende angestellt, die keine pädagogische Ausbildung haben“.

Diese seien zwar hoch engagiert, doch habe es bisher an Zeit und Geld gefehlt, um das Team „wenigstens über Schulungen langfristig zu qualifizieren“. Das sei ein Ziel der neuen Trägerschaft, um Kindern „adäquate Betreuung zukommen zu lassen“. Einen solchen „lösungsorientierte Ansatz“ habe der ehrenamtliche Vorstand nicht leisten können. Es könnte sich erweisen, dass das neue Modell auch andernorts funktioniert. Jedenfalls würden sich die Anforderungen ab 2026 mit dem Anspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule weiter wandeln.

EVS-Schulleiterin Barbara Kaufmann-Wechsel ist froh, es habe sich lange abgezeichnet, dass die zahlreichen Aufgaben für den Förderverein als Arbeitgeber der Betreuer nicht mehr zu stemmen waren. Eineinhalb Jahre sei intensiv an der Vorbereitung des Pilotprojekts gearbeitet worden, das „eine große Chance für die schulische Entwicklung des Ganztags- und Betreuungsangebots“ bedeute. Eine hohe Betreuungsqualität sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dank des Engagements von Stiftungsdirektor Keding habe die EVS einen professionellen Partner gewonnen, sodass das Konzept weiterentwickelt werden könne, pädagogisch und organisatorisch. (Anne Quehl)

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