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Schwalm-Eder: Energieversorger betrachten elektrische Heizungen mit Sorge

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Von: Matthias Haaß

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Elektrischer Heizlüfter steht in einem Wohnraum.
Elektrische Heizlüfter sind gefragter denn je. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und einer drohenden Gasknappheit setzen viele Bundesbürger zum Heizen auf Strom als Alternative. © Frank Rumpenhorst

Energieversorger betrachten elektrische Heizungen mit Sorge. Es bestehe die Gefahr der Überlastung des Stromnetzes, wenn zu viele Heizlüfter gleichzeitig ans Netz gehen.

Schwalm-Eder – Es ist Herbst und damit startet die Heizperiode. Angesichts der steigenden Gaskosten suchen viele Menschen nach Alternativen – besonders begehrt sind Holzöfen und strombetriebene Heizlüfter. 650 000 Geräte sollen in diesem Jahr bislang verkauft worden sein. Vor der massenhaften Verwendung solcher Geräte aber warnt jetzt Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Es bestehe die Gefahr der Überlastung des Stromnetzes, wenn die Heizlüfter ans Netz gehen, sollte die Gasversorgung ausfallen, so Landsberg.

Die Sorge des Spitzenverbands ist gar nicht so abwegig, wie eine Anfrage bei der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) und EAM ergab. Die Stromversorgung könnte gefährdet sein, wenn im Winter aus Sorge vor einem Gasmangel oder hohen Gaskosten in zu vielen Haushalten elektrische Geräte für die Wärmeerzeugung genutzt werden, teilte EWF-Pressesprecher Axel Voigt mit. Da bei einer Gasmangellage aber Privathaushalte zu den geschützten Kunden gehörten, rechne die EWF nicht damit, dass es zu einem flächendeckenden Einsatz von Elektroheizungen komme, der einen Blackout verursachen könnten. „Aus wirtschaftlichen Gründen sollte die Anschaffung einer elektrischen Heizung wohlüberlegt sein, da die Energiekosten dadurch stark steigen können“, mahnt Voigt. So sieht es auch EAM-Sprecherin Sandra Hübner: „Die Nutzung von Heizlüftern ist in der Regel unökologisch und im Hinblick auf die Strompreise relativ teuer.“

Man sehe zurzeit kein höheres Risiko für einen Stromausfall als sonst, teilte Sandra Hübner weiter mit, schränkt aber auch ein: „Grundsätzlich lässt sich ein solcher Stromausfall allerdings nicht gänzlich ausschließen.“ Aktuell gebe es bei der EAM keine Versorgungsengpässe. Der Versorger gehe davon aus, dass sich daran auch im kommenden Winter nichts ändern werde.

Die Anforderungen an das Stromnetz aber seien in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen: Das liege an der Einbindung der dezentralen erneuerbaren Energie genau wie am steigenden Ausbau von Elektromobilität und auch an der vermehrten Nutzung von Wärmepumpen. „Deshalb investieren wir kontinuierlich in unser leistungsfähiges Netz, das kurzfristige Spitzen – beispielsweise durch den Einsatz strombetriebener Heizungen – in der Regel verkraften kann“, sagt Hübner.

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