Vier Frauen, vier Saxophone: Quartett „Sistergold“ gastierte am Samstag in Treysa

Fit bleiben mit Charleston

Überzeugten mit raffinierten Arrangements: Sistergold gaben in der Hospitalskapelle ein beeindruckendes Konzert. Mit dabei waren (von links) Inken Röhrs, Elisabeth Flämig, Sigrun Krüger und Kerstin Röhn. Foto: Rose

Treysa. Sie neckten sich und vertrugen sich. Sie maßen sich und sprachen doch dieselbe Sprache: Nicht nur musikalisch gaben am Samstag vier Musikerinnen den Ton an. Das Quartett „Sistergold“ überzeugte mit Charme, Können und raffinierten Arrangements.

Eingeladen hatte sie der Verein „Kultur vor Ort“. In der Hospitalskapelle in Treysa entfalteten Kerstin Röhn, Sigrun Krüger, Elisabeth Flämig und Inken Röhrs einen unnachahmlichen Klang - vier Frauen, vier Saxophone. Melodisch erinnerte das Quartett zunächst an die Zeit alter Schwarz-Weiß- Filme.

Mancher Gast wird sich beim Schließen der Augen wahrhaft daran erinnert gefühlt haben. Jazzklassiker eröffneten das Programm, das den Titel „Glanzstücke“ trug. Darin spannten die Vier einen weiten Bogen über Blues, Funk, Klezmer bis hin zu Eigenkompositionen und barocken Klängen.

Dosierte Ironie

Charmant und mit dosierter Ironie lenkten Rhön und Röhrs durch den Abend. Ein Titel des Jazz-Komponisten Sammy Nestico interpretierten die Damen genauso leicht und locker wie den Swingklassiker „Bei mir bist du schön“. Im „Backstage Blues“ erzählte das Quartett melancholisch vom Leben hinter den Kulissen.

Mit Witz und Esprit parlierte Röhn über die Instrumente, erklärte dem Publikum den „BMI auf Saxophon“. Aus Körpergröße und Gewicht unter der Wurzel aus 27 ergebe sich, welches Saxophon man spiele. „Bei Frau Röhrs kam bei 1,62 Meter das Sopransaxophon raus.“ Raffiniert klang das Arrangement eine barocken Werkes von Georg Philipp Telemann, ursprünglich für vier Geigen geschrieben.

Die Klangfarbe aus zwei Sopran- und zwei Tenorsaxophonen gab dem Werk eine moderne und pfiffige Note. Nicht nur im Quartett bewiesen die Damen ihre Wandlungsfähigkeit - zum Teil an anderen Instrumenten wie der Klarinette. In Soli zeigten die Vier, dass sie ihre Instrumente traumwandlerisch sicher beherrschten.

Dazu kommentierte Kerstin Röhn keck: „Frau Krüger, was für ein Solo - das muss an der Ahlen Wurscht gelegen haben.“ Dazu inszenierten sie sich bisweilen urkomisch: Während die eine das Saxophon mit ihrem Atem füllte, bewegte die andere die Klappen. Mit Eigenkompositionen wie „Blondes Gift“ überzeugten die Musikerinnen auf der ganzen Linie.

Steppeinlage inklusive

Überraschend legte Inken Röhrs eine Steppeinlage ein, während Röhn kokett den Charleston erklärte: „Wenn Sie den beherrschen, ist das gerade in der kalten Jahreszeit an der Bushaltestelle recht praktisch.“ Furios, pfiffig und frech - so klang das Konzert aus. Das Publikum ließ die Vier nicht ohne Zugaben gehen - verbunden mit der Hoffnung, Sistergold mögen bald wieder in die Schwalm kommen.

Von Sandra Rose

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