Die Premiere der Schwälmer Theaterabende erlebten 330 Zuschauer im Saal Bechtel

Es blieb kein Auge trocken

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Ein Teil der beklatschten Truppe: von links Oliver Völker, Katrin Kyrcz, Martin Kürschner, Katrin Wirtz, Nicolai Heft und Katharina Völker. Alle

Zella. Proppevolles Haus am Samstag im Saal des Landgasthofes Bechtel in Zella: 330 Zuschauer erlebten die erste von insgesamt fünf Theatervorstellungen.

Alle Veranstaltungen waren binnen kurzer Zeit ausverkauft gewesen. In Mundart und Tracht agierten die Hobbyschauspieler munter und in insgesamt drei Theaterstücken auf der Bühne. Für die nicht ganz so Versierten gab es ausgelegt auf ein Zettel das kleine „Schwälmer Lexikon“ zum Nachschauen und Mitnehmen. Denn eins stand fest: Wer nicht tatsächlich mit Schwälmer Platt aufgewachsen ist, der musste doch genau hinhören, um die humorvollen und treffend aus dem Hochdeutsch übersetzten Szenen auch wirklich zu verstehen.

Mundarttheater in Zella

Doch wie immer gelang es den Akteuren mit Spielfreude und Leichtigkeit, auch manch derbem Witz, das Publikum recht schnell in seinen Bann zu ziehen. 18 Laiendarsteller schienen die Rollen zum Teil auf den Leib geschneidert worden zu sein. „Hochmüt kemmt verm Fall“, „Äs es nett immer drenn, bos druff stett“ und „Eh Treppche in Ehrn, kann kimmets vawehrn“ hießen die drei Schwänke, die allesamt kurzweilig und mit pfiffigen Dialogen daher kamen. Die Gesamtleitung oblag der Vorsitzenden Christel Schwalm. Neben „alten Hasen“ etablierten sich auch die Frischlinge, die zum ersten Mal auf den Brettern standen: Etwa Katrin Kyrcz und Anneliese Ohnesorge.

Schwung und Charme

Wie seit eh und je stammten die Texte wieder allesamt aus der Feder von Anneliese Dörrbecker, die mit Schwung und Charme manche Textpassage in griffige Schwälmer Sprache übersetzte. Oliver Völker brillierte im ersten Stück als Onkel, dem es zunächst die Sprache verschlagen hatte. Als er schließlich selbige wiederfand, lachten die Zuschauer Tränen.

Komisch oder dummdreist

Walter Friedrich spielte in gewohnter urig-komischer Art, auch Viola John-Gies bewies in der Rolle der Magd komödiantisches Talent. Kaum halten konnte sich das Publikum beim Auftritt von Johannes Bechtel, der als lispelnder Weinvertreter in viel zu enger Hose und mit dummdreistem Gesichtsausdruck überzeugte. Die Zuschauer erlebten einen professionellen, äußerst humorvollen und kurzweiligen Theaterabend - so, wie sie es seit vielen Jahrzehnten in guter Tradition in Zella gewohnt sind.

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