Die Stelen für das Beuys-Kunstwerk stammen aus der Michelsberger Landsburg

Borsalino trifft auf Basalt

Mit Filzhut und Anglerweste: Joseph Beuys untersucht seine Basaltsteine in Frielendorf. Entstanden ist das Foto vermutlich bei dem damaligen Steinmetz Arnold Hofmann. Die Stelen wurden zur documenta 7 nach Kassel geliefert. Foto: Archiv

Michelsberg/Frielendorf. Basalt und Borsalino – das bringt in Nordhessen fast jeder mit dem Künstler Joseph Beuys in Zusammenhang. Der Filzhut aus Italien und der Basalt aus dem Steinbruch in der Landsburg bei Schwalmstadt-Michelsberg: Die 7000 Stelen als Fußnoten für 7000 Eichen lieferten 1982 die Frielendorfer Stormarn-Werke.

Zur documenta 7 entstand Beuys‘ Landschaftskunstwerk „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“. Unvergessen – nicht nur für die Kasseläner – wie sich die Michelsberger Säulen in den Achtzigern auf dem Friedrichsplatz türmten. „Je weniger Steine, desto mehr Bäume“, lautete über fünf Jahre das Motto. Aus dem Stadtbild Kassels sind die Stelen aus der Landsburg nicht mehr wegzudenken. Zudem haben die Michelsberger Steinsäulen seitdem den Weg in die Welt angetreten. Selbst New York forderte Basaltstelen aus der Landsburg an.

Die Beuys Sprengung

In dem Steinbruch heißt noch heute die Stelle, in der der Basalt für das Kunstwerk gebrochen wurde, die Beuys- Sprengung. Fast waagerecht reihen sich hier die Säulen im Erdreich aneinander und bilden ein gewaltiges wabenförmiges Muster. Auf den Landsburger Steinbruch war Beuys gekommen, weil es dort ein begrenztes Vorkommen natürlich geformter Sechskant-Säulen gab.

Frielendorfer wie auch Steinbruchmitarbeiter erinnerten sich schon einmal gegenüber der HNA an die Aufenthalte Beuys‘ in der Schwalm. Als ganz normaler Mensch sei er ihnen erschienen, berichtete damals Werner Weiß, der als Schlosser im Steinbruch gearbeitet hatte. Gesehen wurde er allerdings nie ohne Filzhut und Anglerweste.

Ungefähr fünf Mal soll Beuys vor Ort gewesen sein. Mit dabei war auch immer eine Schar von Schülern. Sie sollen ihm wie Jünger gefolgt sein. Besprechungen fanden meist im Hotel Hassia in Frielendorf statt. Artikel unten

Von Sylke Grede

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