Leiterin der Hephata-Bibliothek geht in den Ruhestand

Bücherwurm durch und durch

Diplom-Bibliothekarin Ute Rosowski ist in den Ruhestand verabschiedet worden.
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Diplom-Bibliothekarin Ute Rosowski ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

Beim Renteneintritt sagen zu können, dass man in seinem Traumberuf gearbeitet hat, ist toll. Noch dazu sagen zu können, dass man sein Hobby zum Beruf gemacht hat, ist noch besser.

Treysa – Ute Rosowski kann beides sagen. Die 63-jährige Diplombibliothekarin ist als Leiterin der Hephata-Bibliothek in den Ruhestand verabschiedet worden.

„Ich bin über die Lesefreude zu meinem Beruf gekommen. Ich war schon immer ein Bücherwurm. Noch vor der Schule habe ich mir das Alphabet beigebracht, um selbst Bücher lesen zu können“, sagt Ute Rosowski. Damals lebte sie mit ihrer Familie in Berlin, ging zur Schule, half in der Schulbibliothek, später in der Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz aus.

Nach dem Abitur absolvierte sie an den wissenschaftlichen Bibliotheken in der Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz und an der Freien Universität Berlin ihre Ausbildung zur Diplombibliothekarin für den gehobenen Dienst.

1999 übernahm Rosowski die Leitung der Bibliothek

In der Ausbildung lernte sie ihren späteren Mann Dr. Rüdiger Rosowski kennen und zog zu ihm nach Hannover. Hier arbeitete Ute Rosowski an der Universitätsbibliothek und Technischen Informationsbibliothek. Es folgten Stationen als Leiterin der Bibliothek des Deutschen Instituts für tropische und subtropische Landwirtschaft in Witzenhausen und als Mitarbeiterin bei einem Bibliographie-Projekt in Luzern/Schweiz. Nach der Rückkehr aus der Schweiz fing Rosowski im Dezember 1997 in der Hephata-Bibliothek an. Ihre Aufgabe: Einführung der EDV und Umstellung von Karteikarten auf einen elektronischen Buchkatalog.

Das gelang und im August 1999 übernahm die Bibliothekarin die Leitung der Bibliothek im Geschäftsbereich Hephata-Akademie. „Klar bedeutet der Beruf auch viel Verwaltung, aber vor allem in einer kleinen Bibliothek, wie der von Hephata, kann man in allen Bereichen des Berufs arbeiten.“

Große Projekte, Buchreparaturen und jahrelang das gleiche Team

Dazu gehören Bücherrecherche und Bestellung, Katalogpflege, Ausleihe, Benutzerberatung und -einführung. Aber auch Veranstaltungen und Büchertische oder auch Bibliotheksralleys für die Kinder der Hephata-Kindertagesstätte. „Wir machen auch kleine Buchreparaturen selbst. Buchrestauratorin – das wäre der einzige Beruf gewesen, den ich mir auch noch hätte vorstellen können.“

Vor allem der Umzug in das neu gebaute Bibliothekgebäude 2000 und die Umstellung des Bibliothekssystem 2012 mit Selbstausleihe waren große Projekte. Ihr Team blieb seit vielen Jahren das gleiche: Ralf Geisel wird nun auch die Nachfolge von Ute Rosowski antreten, Astrid Stutz bleibt als Teilzeitkraft tätig.

Im Gegensatz zu ihren Kunden liest Rosowski jedoch aktuell nicht viel. Denn im Moment steht der Umzug nach Wildau, südlich von Berlin, zu ihrem Bruder an. „Ich verkaufe mein Haus und ziehe zu meiner Familie zurück.“ Nach dem Tod ihres Mannes war sie in Spangenberg wohnen geblieben und in die Bibliothek gependelt, jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt. (Sandra Rose)

Wachsendes Angebot

Die Bibliothek wandelte sich im Laufe der Zeit deutlich. Im vergangenen Jahr zählte sie 530 Nutzer im Alter zwischen 17 und 80 Jahren – zu Beginn von Rosowskis Tätigkeit bei Hephata waren es noch um die 200. Im vergangenen Jahr fanden 15 213 Ausleihen statt, im Jahr 2002 waren es noch 5508. Die Nutzer können heute unter anderem auf 43 962 Printmedien und 2394 CDs, DVDs, CD-Roms, Videos und Kassetten zurückgreifen. Pro Jahr kommen bis zu 2500 neue Bücher hinzu. Die meisten Nutzer sind Schüler der Fachschulen der Akademie, dann Studenten der EHD, Mitarbeiter, aber auch Klienten und Gäste Hephatas. 

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