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Bürger aus Olberode erwischen Schmutzfink in flagranti

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Müll wird immer wieder illegal am Rastplatz der B 454 in Olberode entsorgt.
Müll wird immer wieder illegal am Rastplatz der B 454 in Olberode entsorgt. © Jannik Ohrndorf

Die Spur des Täters führt von Olberode nach Nordrhein-Westfalen. Ob der Täter wegen seiner Tat am Parkplatz der B454 belangt wird, ist fraglich.

Olberode – Seit einiger Zeit schon wird der Rastplatz entlang der Bundesstraße 454 vermehrt zur illegalen Müllentsorgung verwendet. Neben Hausmüll werden dort auch säckeweise Bauschutt und Sperrmüll abgeladen. Jetzt haben verärgerte Anwohner einen Schuldigen in flagranti erwischt, passiert ist bisher aber nichts.

Ortsvorsteher Werner Pfalzgraf kennt das Problem. Er kommt wie viele Wanderer oder Fahrradfahrer aus Olberode oft an dem Rastplatz vorbei und bestätigt, dass die illegale Müllentsorgung entlang der Bundesstraße in Olberode und Umgebung zugenommen hat.

Zwar stehen an den Rastplätzen Mülltonnen, die von der zuständigen hessischen Verwaltungsbehörde Hessenmobil regelmäßig geleert werden, diese sind jedoch ausdrücklich nur für Reisemüll gedacht. Ganze Müllsäcke, Bauschutt und Sperrmüll hingegen dürfen an Park- und Raststätten nicht abgestellt werden. Diese Art von Müll lässt sich zum Beispiel durch die Müllumschlagstation in Ziegenhain für zwei bis fünf Euro entsorgen.

Bauschutt statt erlaubtem Reiseabfall in der Tonne.
Bauschutt statt erlaubtem Reiseabfall in der Tonne. © Jannik Ohrndorf

Der Müll landet auch auf dem Gemeindegebiet Oberaulas

Stattdessen werden die Müllsäcke aber oft einfach neben die Mülltonnen gestellt und können von Tieren aufgerissen oder vom Wind in die Büsche oder den Hang heruntergerollt werden. Wenn der Inhalt sich auf dem Rastplatz oder der Straße verteilt, ist Hessen Mobil verantwortlich, wenn er aber seinen Weg den Hang hinunter gefunden hat, bleibt das Problem an der Gemeinde hängen.

Als sich vor Kurzem Anwohner bei dem Ortsvorsteher meldeten, die einen Täter auf frischer Tat mit Fotos und Kennzeichen ertappt hatten, schlug dieser Hessen Mobil vor, mit den Zeugen und Beweismitteln Anzeige zu erstatten. Die Behörde erklärte aber, dass die Personen selbst bei der Polizei Anzeige erstatten sollen, da Hessenmobil keine Ermittlungsbehörde sei. Für Ordnungswidrigkeiten wie diese ist jedoch wiederum laut Polizei das Ordnungsamt Oberaula zuständig.

Anwohner sind vom Ordnungsamt frustriert

Das Ordnungsamt hat darauf hin eine Halterfeststellung bei der Polizei angefordert und eine Adresse in Nordrhein-Westfalen ausfindig gemacht. An diese wird nun ein Anhörungsbogen geschickt, aber es ist davon auszugehen, dass sich die Spur dort verliert, wenn der Fahrzeugbesitzer angibt, dass er nicht weiß, wer an dem Tag sein Auto gefahren hat. Ein frustrierendes Fazit für Anwohner.

Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner ist ebenfalls mit der Situation unzufrieden und weist darauf hin, dass das Ordnungsamt in seinen Möglichkeiten rechtlich eingeschränkt ist.

Erhitzte Gemüter und Drohungen

Bei einem spontanen Besuch des Rastplatzes mit dem Ortsvorsteher finden sich neben diversen Müllsäcken und Unrat in den Büschen auch vier volle Farbeimer mit der Warnung: „Wir wissen wer du bist! Pass auf dein Auto gut auf!!“ Ob es sich dabei um eine Warnung von verärgerten Anwohnern handelt oder um die Drohung eines Müllsünders, der Angst vor den Konsequenzen hat, erwischt worden zu sein, ist unklar, aber das Thema erhitzt offensichtlich die Gemüter. Von Jannik Ohrndorf

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