Afghanistan-Einsatz der Schwarzenbörner Soldaten endet

Bundeswehreinsatz: Heimreise im Zeichen von Corona

Oberstabsgefreiter Artur G. des Schwarzenbörner Jägerbataillons freut sich nach der Gepäckabgabe auf den Heimflug.
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Oberstabsgefreiter Artur G. des Schwarzenbörner Jägerbataillons freut sich nach der Gepäckabgabe auf den Heimflug.

Seit Anfang des Jahres ist ein Viertel des Schwarzenbörner Jägerbataillons in Afghanistan. Jetzt endet der Einsatz. Über die Umstände der Heimreise der Soldaten in Pandemie-Zeiten sprachen wir mit der Bundeswehr. Antworten auf unsere Fragen bekamen wir aus dem Einsatzführungskommando in Potsdam.

Wo werden die Soldaten landen?

Die Soldaten landen an den Flughäfen in Köln und in Wunstorf. Die Soldaten kommen nicht alle auf einmal. Die Rückreise zieht sich über drei Wochen in mehreren Flügen hin. So sind bereits zwei Züge in Deutschland angekommen.

Wie wird der Empfang an den Flughäfen aussehen? Ist die Abholung durch die Familie möglich? Ist die Ankunft öffentlich? Wird direkt ohne Begrüßung in die Isolierung verlegt?)

Aufgrund der Corona-Prävention ist ein offizieller öffentlicher Empfang an den Flughäfen nicht vorgesehen. Die Soldaten werden entweder durch Familienangehörige oder durch den Verband abgeholt. Von den Flughäfen geht es für die Soldaten dann in die häusliche Absonderung zu Hause oder in der dienstlich bereitgestellten Unterbringung.

Wie ist die isolierte Unterbringung der Soldaten nach Rückkehr vorgesehen?

Nach Rückkehr aus dem Einsatz müssen die Soldaten aus Schwarzenborn in eine häusliche Quarantäne mit den entsprechenden Regeln. Zu diesen Auflagen gehören die üblichen Quarantäne-Regeln. Sollte deren Einhaltung der Maßnahmen nicht möglich sein, weil z.B. die räumliche Enge den gebotenen Abstand zu anderen Haushaltsangehörigen nicht zulässt, wird eine adäquate Unterbringung für diese zwei Wochen durch die Bundeswehr zur Verfügung gestellt.

Bald geht es los: Oberstabsgefreiter Christian W. und Oberfeldwebel Benjamin S. prüfen ein letztes Mal ihr Gepäck vor dem Check-In.

Gibt es eine offizielle Veranstaltung am Heimatstandort nach der Rückkehr wie einen Heimkehrerappell oder vielleicht eine Covid-Alternative?

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation in Deutschland kann die geplante Rückkehrerveranstaltung des Jägerbataillons so nicht stattfinden. Nach Rückkehr aus der häuslichen Quarantäne und dem sich anschließenden verdienten Urlaub wird aufgrund der dann aktuellen Corona- Situation die Organisation einer Rückkehrerveranstaltung noch mal neu bewertet. Ob und wann diese dann möglicherweise stattfindet, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgelegt werden.

Wann wird der Kommandeur zurückkehren? Wird er der letzte Rückkehrer seines Verbandes sein?

Der Kommandeur wird Mitte Juli zurückkehren und wie seine Soldaten seine häusliche Absonderung antreten. Organisatorisch bedingt verbleiben eine handvoll Soldaten aus Schwarzenborn ein paar Tage länger im Camp, bis auch sie ihre Übergabe an ihre Nachfolger abgeschlossen haben und nach Hause zurückkehren.

Gibt oder gab es infizierte Soldaten im Feldlager?

Im Camp Marmal bei Masar- i Sharif, wo die Schwarzenbörner stationiert waren, gab es bislang insgesamt einen infizierten deutschen Soldaten. Infizierte weiterer Nationen gab es in dem Militärlager bislang nicht.

Ein vielfacher erwarteter Moment: Mit der Gepäckabgabe beginnen die letzten Stunden des Einsatzes der Schwarzenborner Soldaten.

Im Norden Afghanistans sind derzeit 1100 deutsche Soldaten stationiert. Das Mandat erlaubt 1300. Erst in dieser Woche meldeten Medienberichte zwei positiv getestet deutsche Soldaten in Kabul. Sie waren dort am Flughafen eingesetzt. Sie zeigten allerdings keine Symptome. Es ist der zweite Fall dieser Art in Afghanistan; bereits Anfang Juni war ein deutscher Soldat nach bestätigter Infektion ausgeflogen worden. In den anderen Auslandseinsätzen gibt es derzeit keine weiteren bestätigten Infektionen. Am Sonntag hatte die Luftwaffe mit einem speziellen Flugzeug zwölf Soldaten anderer europäischer Nationen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, vom Hindukusch abgeholt.

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