200 Strickerinnen waren am Werk

Bunte Tücher machen Bewohnern und Belegschaft des Seniorenheims Phönix in Ziegenhain Mut

Sie sollen Zuversicht und Hoffnung verbreiten: Zum „Tag des Leuchtturms“ erhielten die Bewohner des Seniorenheimes ihre bunten Unikate.
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Sie sollen Zuversicht und Hoffnung verbreiten: Zum „Tag des Leuchtturms“ erhielten die Bewohner des Seniorenheimes ihre bunten Unikate.

Ein Tuch erobert die Herzen vieler Handarbeitsfans – das Leuchtturmtuch. Entworfen wurde es 2017 von Annegret Germer aus Kelkheim. Das Besondere: Die dafür benötigte, charakteristische Wollwicklung.

Ziegenhain – Die bunten Tücher bringen Farbe in den Alltag – vor allem in den des Seniorenheims Phönix in Ziegenhain. Bewohner und Mitarbeiter tragen die Schals, die alle selbst hergestellt wurden.

Die Initiative geht auf Einrichtungsleiterin Michaela Schneider zurück – sie und Annegret Germer lernten sich über die Facebook-Gruppe „Leuchtturm – die kunterbunte Gruppe rund ums Tuch“ kennen. Die Frauen freundeten sich an und entwickelten gemeinsam Projekte rund um die Leuchtturm-Idee, heißt es aus dem Seniorenzentrum.

Schneider strickte eine ganze Reihe der bunten Tücher und steckte mit ihrer Strickleidenschaft alsbald ihre Mitarbeiter an. Innerhalb kürzester Zeit stattete die Einrichtungsleiterin die halbe Belegschaft des Hauses Phönix aus und postete ihre Werke in der Leuchtturm-Gruppe.

Freude auch bei den Mitarbeiterinnen: von links Oleg Gechtmann, Tatjana Landgraf, Angelina Knodel, Heinrich Königs, Brigitte Trümper, Inge Thiel, Adisa Licina, Eveline Schwarz, Michaela Schneider, Steffi Schwalb und Gabriele Wagner.

Das bunteste Altenheim der Republik

Annegret Germers lapidarer Kommentar dazu lautete: „Erst die Belegschaft, dann die Bewohner – dann seid ihr das bunteste Altenheim der Republik.“ Der Spruch machte Schule und es entstand die Idee, daraus ein Charity-Projekt zu machen. Der Leuchtturm sollte dabei besonders für Hoffnung und Zuversicht in dunklen Zeiten stehen.

Denn besonders für alte und pflegebedürftige Menschen waren die Corona-Monate schwer und entbehrungsreich, für die Pflegekräfte herausfordernd und belastend. Schneider und Germer stellten ihre Idee deshalb unter das Motto „Das bunteste Altenheim der Republik“. Neben den Frauen aus der Schwalm folgten viele ihrem Aufruf: Nahezu 200 Stricker aus Deutschland und Österreich erklärten sich zu Leuchtturm-Paten und strickten Tücher für Bewohner und Pflegekräfte.

Sie ließen die Nadeln glühen: von links die Strickerinnen Daniela Wolfram-Best, Annerose Schwalm, Inge Stuhlmann und Einrichtungsleiterin Michaela Schneider.

Am vergangenen Samstag, am „Tag des Leuchtturms“, wurden die Tücher an die Bewohner sowie die Mitarbeiter des Seniorenzentrums übergeben. Damit die „Beschenkten“ ihre Leuchtturm-Paten auch sehen können und um den Paten ein Gesicht zu geben, hat Michaela Schneider eine große Collage mit Fotos aller Teilnehmer gemacht. Zwei Strickerinnen aus der Schwalm waren bei der Übergabe der „Leuchtis“ dabei – stellvertretend für alle anderen Leuchtturm-Paten. Und tatsächlich ging der Plan auf, allen wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. (Sandra Rose)

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