Anke Breidenbach ist neue Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde Steinatal in Trutzhain

Die BWLerin in der Kirche

Freut sich darauf, bald auch neue Mitglieder in ihrer Kirche begrüßen zu dürfen: Pfarrerin Anke Breidenbach. Foto: Pflug

Trutzhain. Glaube und Wirtschaftswissenschaft – Was auf den ersten Blick für viele wie ein unvereinbarer Gegensatz wirken mag, muss keiner sein, erklärt Anke Breidenbach. „Zahlen sind auch für Pfarrer wichtig“, sagt die 34-jährige Diplomkauffrau, die seit dem 1. November Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Steinatal in Trutzhain ist.

Etwa wenn ein neuer Stromanbieter gefunden werden muss oder bei der Verwaltung des Haushaltes. Trotzdem entschied sie sich noch während des BWL-Studiums (Betriebswirtschaftslehre), Pfarrerin zu werden. Auch in den Wirtschaftswissenschaften gehe es oft darum, was der Mensch erreichen will, wo er hin will, das habe sie interessiert. „An der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Marburg gab es aber keine Wirtschaftsethik und so bin ich dann bei den Theologen gelandet“, sagt Anke Breidenbach.

Die Faszination und ihr Glaube wuchsen. „Ich habe mir überlegt, was mich wohl später in meinem Leben mehr erfüllt“, sagt sie zu ihrer Entscheidung für ein Leben in der Kirche. Und da sei der Wunsch größer gewesen, Menschen zu helfen und sie auf ihrem Weg mit Gott zu begleiten.

„An der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Marburg gab es aber keine Wirtschaftsethik und so bin ich dann bei den Theologen gelandet.“

Anke Breitenbach

So führte ihr Berufsweg nach dem ersten kirchlichen Examen in die Schwalm, wo sie in der Kirchengemeinde Franz von Roques in Schwalmstadt ihr Vikariat absolvierte. Der Weg in die Schwalm war kein Zufall, sondern ein Wunsch, denn ihr Mann, Markus Wagner-Breidenbach, ist Pfarrer in der Gemeinde Merzhausen-Willingshausen.

Dort wohnen die beiden auch, und das Pfarrhaus in Trutzhain bleibt vorerst verwaist. Auch wenn es noch keine konkreten Pläne gibt, soll das Haus aber dennoch nicht lange leer stehen. „Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder wird das Haus verkauft oder vermietet“, sagt die neue Pfarrerin.

Bei der Frage, was Glaube ihr bedeutet, tritt die BWL-erin dann doch in den Hintergrund, denn „eine Kosten-Nutzen-Rechnung funktioniert beim Glauben nicht“. Menschen, die nur das glauben können, was sie sehen oder messbar ist, würden im Schoß der Kirche auch keine Hoffnung und Geborgenheit, die dem Vertrauen in Gottes Zuwendung entspringt, finden. „Allen anderen aber möchte ich ermutigen, sich auf die Spur Gottes zu begeben“, sagt die Seelsorgerin. Eine erste Möglichkeit, die Spur aufzunehmen, sei der Gottesdienst und der Austausch mit anderen Gemeindemitgliedern.

Die lernt sie momentan noch kennen, „in den ersten Wochen geht erst einmal darum zu hören, was die Gemeinde will und braucht“. Einer der Wünsche, die so bereits an sie herangetragen wurden, war die Wiedereinführung der Kinder- und Jugendarbeit. Ein Projekt, das sie im neuen Jahr beginnen möchte. Andere konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht. Denn jetzt, in der „kirchlichen Hauptsaison“, fehle einfach die Zeit.

Reisen und Fotografie

Auch für einige ihrer Hobbys wie das Reisen und die Fotografie. Lediglich das Singen im Chor der Weilburger Kantorei, das sie mit ihrem Mann teilt, versucht sie weiterzuführen. Aber wenn es denn mal ausfällt, dann ist ihre Stimme zumindest immer im Gottesdienst zu hören.

Von Michaela Pflug

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