Sängerkreis Schwalm-Knüll feiert am Sonntag seinen 50. Geburtstag

Viele Sänger: Zum Gruppenfoto stellte sich der Chor aus Neukirchen im Jahr 1957 auf. Fotos: 2privat/1 Rose

Schwalm. In der Region gehören 17 Chöre zum Sängerkreis Schwalm-Knüll: Damit haben die Sänger in Schwalm und Knüll eine starke Stimme. Und das seit 50 Jahren. Am Sonntag feiert der Verband Geburtstag.

Früh schlossen sich in der Region Sänger zu einer Organisation zusammen. Bereits 1867 gründete sich der Schwalmtal-Sängerbund in Schlitz. Die sechs Gründungsvereine waren Chöre aus Neukirchen, Treysa und Ziegenhain. „Ein überlieferter Bericht aus jenen Tagen zeugt von der innig gepflegten Sängerkameradschaft“, erklärt der Sängerkreisvorsitzende Gerd Müller. Der Bund habe die Entwicklung des heutigen Mitteldeutschen Sängerbundes beeinflusst und geprägt.

1926 hielt der Bund eine Delegiertenversammlung ab, in der die Mitgliedschaft des Schwalmtal-Sängerbundes, die durch den Ersten Weltkrieg zwangsläufig unterbrochen wurde, erneuert wurde, erklärte Müller. Parallel zum Schwalmtal-Sängerbund schlossen sich die um die Jahrhundertwende neu gegründeten Gesangvereine in der Schwalm zum Schwälmer Sängerbund zusammen. Diesem neu gebildeten Bund traten in den folgenden Jahren noch die Chöre aus Röllshausen und Wasenberg bei. „Beide Bünde lebten in einem nachbarschaftlichen Verhältnis und viele Sänger verband, wie man den Protokollbüchern entnehmen kann, eine herzliche Freundschaft - bis 1933 auch für das Chorwesen die Gleichschaltung verfügt wurde. Der Schwalmtal-, Efzetal- und Schwälmer Sängerbund wurden zum Sängerkreis Schwalmtal zusammengefasst und dem Mitteldeutschen Sängerbund zugeordnet.

Blasmusik und Gesang: Im Jahr 1950 traten die Sänger des Neukirchener Chores gemeinsam mit der Blasmusik auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg seien die Bünde nach und nach wieder belebt worden im Sängerbund der Schwalm. „Die 175 Jahre Mitteldeutscher Sängerbund - auch das wollen wir feiern - waren von einer bewegten Geschichte geprägt“, sagt Müller.

Aktuell gehörten dem Sängerkreis 13 Vereine mit 20 Chören an - davon drei Frauenchöre und drei junge Chöre sowie ein Kinderchor. „Die Männerchöre haben sich leider von 15 auf drei Chöre verringert, dafür hat sich jedoch die Zahl der gemischt singenden Chöre von einem auf zehn Chöre gesteigert“, erläuterte der Vorsitzende. Die Anzahl der singenden Mitglieder sei von 653 auf 509 Aktive gesunken. Ebenso die Zahl der Mitglieder, von 1295 auf 1198.

Gerd Müller

„Chorarbeit bringt Freude, muss aber auch zukunftsorientiert weiter entwickelt werden“, ist Gerd Müller überzeugt. So wurde etwa das traditionelle Kreissängerfest in ein „Chorfest der Schwalm“ umbenannt sowie Projektchöre ins Leben gerufen. Besonders verdient machten sich der langjährige Sängerkreisvorsitzende Valentin Ströhler, der Kreischorleiter Artur Zeißler und Chorleiter Walter Dörrbecker.

Heute sei es schwierig, den Spagat zu schaffen: „Traditionen sind wichtig, aber nach und nach sollte auch neuere Chorliteratur den Weg in die Chöre finden. Damit spricht man auch jüngere Sänger an“, sagt Müller. Allein vier Chöre hätten sich in den vergangenen Jahren aufgrund zu weniger Sänger aufgelöst. Dem gelte es, entgegenzusteuern: „Mit Andreas Kater und Julia Weppler haben wir junge Leute, die etwas bewegen“, ist der Sängerkreisvorsitzende überzeugt.

Zusammen mit Chorleiterin Annemarie Ferstl versuche man bereits in Kindergärten, die Chorarbeit stärker zu manifestieren und den Nachwuchs für das Singen zu begeistern.

Von Sandra Rose

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