Corona-Krise

Astrazeneca: Impfstoff-Ärger bei Ärzten im Schwalm-Eder-Kreis

Corona-Krise: Astrazeneca ist hauptsächlich für die Arztpraxen gedacht.
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Corona-Krise: Astrazeneca ist hauptsächlich für die Arztpraxen gedacht.

Astrazeneca hauptsächlich für die Arztpraxen, Biontech und Moderna vorwiegend für die Impfzentren: Die Impfstoffversorgung führt zu reichlich Unmut bei Ärzten.

Schwalm-Eder – In den Praxen kommt ein enorm hoher Druck an durch Patientenanfragen. Die Telefonleitungen sind überall ständig belegt, und viele Menschen seien der Auffassung, es gebe jetzt Corona-Impfstoff in ausreichender Menge, so zum Beispiel Dr. Axel Figge (Ziegenhain). Dazu kämen Vorbehalte gegen das Vakzin von Astrazeneca.

Die Situation verlange seinem Praxisteam mittlerweile ermüdende und sehr zeitaufwändige Aufklärungsgespräche ab. Dabei müsse man wissen, dass es pro Arztsitz eine zugeteilte Impfstoffmenge des Herstellers Biontech von wöchentlich maximal 36 Dosen gebe, unabhängig von der Größe der Praxis.

Zu wenig Corona-Impfstoff: Kassenärztliche Vereinigung kritisiert Politik

In der schwierigen Gemengelage zwischen Prioritäten und häufig langen Aufklärungsgesprächen bleibe das Tagesgeschäft des Arztes natürlich in vollem Umfang bestehen, wobei die entstehenden Zusatzkosten für die Praxis nicht aufgefangen würden. Was die Verfügbarkeit von Biontech-Impfstoff angeht, dämpft Figge die Hoffnungen: In den verbleibenden Maiwochen werde es kaum mehr als sechs bis zwölf Impfungen des begehrten Vakzins pro Hausarzt geben, der Grund sei die vorrangige Belieferung für fällige Zweitimpfungen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen wird mit ihrer Kritik noch deutlicher: „Grundproblem ist die mangelhafte Impfstoffbeschaffung und daraus abgeleitet politische Fehlentscheidungen. Impfzentren brauchte es ja nur, weil zu wenig Impfstoff da war und man deshalb priorisieren musste“, sagt KV-Sprecher Karl M. Roth.

Katastrophales Management bei Astrazeneca-Impfstoff

Durch ein katastrophales Management und eine ebenso schlechte Öffentlichkeitsarbeit sei Astrazeneca in den Augen vieler zu einem Impfstoff zweiter Klasse verkommen. „Und das, obwohl es ein guter und hochwirksamer Impfstoff ist. Die niedergelassenen Ärzte müssen nun ausbaden, was die Politik versäumt hat.“ (Anne Quehl und Philipp Daum)

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