Eine Absage nach der anderen

Coronavirus: Restaurant Rosengarten in Ziegenhain geschlossen

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Der Hotel- und Restaurantleiter steht einsam in der Großküche des Rosengartens. Lothar Schmidt musste wegen der Corona-Krise alle Regale leeren und sogar frische Lebensmittel entsorgen. Wo sonst täglich zahlreiche Essen hergestellt werden, herrscht nun Stillstand.

Was macht ein Hotel- und Restaurantbesitzer während der Corona-Krise? Die Ruhe bewahren.

 „Was anderes bleibt mir und meinem Team ja nicht übrig“, sagt Lothar Schmidt mit nachdenklicher Stimme. 

Seit dem Wochenende gelten landesweit neue Regelungen. Diese betreffen auch die Restaurants, die Speisen nach Hause liefern.

Für den Rosengarten käme ein Lieferdienst aber nicht in Betracht: „Wir stellen sonst auch keine Pizza her“, sagt Schmidt. Somit fällt auf unbestimmte Zeit der Umsatz weg.

Telefon steht nicht mehr still

Beim Chef des Rosengartens in Ziegenhain steht das Telefon seit Tagen nicht mehr still. Der ständige Kontakt zum Steuerberater, zu den Banken und den zuständigen Behörden.

„Die Musik in den Warteschleifen bekomme ich seit Tagen nicht mehr aus meinen Ohren“, sagt Schmidt. Klar seien die Hotlines und der Arbeitgeberservice derzeit überlastet. Da hilft es nur, viel Zeit und viel Geduld zu investieren. Zeit hat er momentan, weil das tägliche Geschäft ausbleibt. „Keine Gäste, kein Umsatz“, sagt Schmidt.

Mitarbeiter müssen freigestellt werden

Das schlimmste Gefühl für den Hotelbesitzer ist das Freistellen seiner Mitarbeiter. Sein Team umfasst 30 Angestellte, die von heute auf morgen zuhause bleiben mussten. „Eine Situation, die ich so noch nicht erlebt habe“, sagt der Hotelleiter.

Wenn Schmidt gerade mal nicht mit seinem Steuerberater oder der Bank telefoniert, klingelt das Telefon, weil die Absagen eintrudeln. Alle Konfirmationen, Geburtstage und Osterfeiern werden abgesagt. Und die Hochzeiten. 

Hochzeitsfeier abgesagt

Gerade das sei für Schmidt untröstlich, weil er mit den Paaren fühlt: „Das ist das Fest des Lebens“. Die Paare hätten sich seit ein, zwei Jahren auf diese eine große Feier vorbereitet: Alles organisiert, Einladungen schon längst verschickt, einen DJ engagiert, die Räumlichkeiten und das Essen bestellt. Und jetzt macht das Virus allen ein Strich durch die Rechnung.

Angestellte machen Kurzarbeit

Apropos Rechnung. Wie kommt Schmidt nun mit seinen Angestellten über die Runden? „Meine Mitarbeiter sind Gott sei Dank durch die Einführung der Kurzarbeit abgesichert“, sagt Schmidt.

Privat gehe für ihn, seine Ehefrau und die vier Kinder das Leben natürlich auch weiter. Zwar anders, aber es funktioniert. „Es haben ja alle damit zu kämpfen. Nicht nur meine Familie“, sagt Schmidt über die aktuelle Lage. Seine vier Kinder sind alle noch schulpflichtig. Daher erledigen sie derzeit ihre Aufgaben von zuhause aus, die sie per E-Mail zugeschickt bekommen.

Betrieb im Ausnahmezustand

Der Rosengarten befände sich wie viele andere in einer Ausnahmesituation. Das Essen ist qualitativ hochwertig. „Wir leben zu 90 Prozent von unserem Abendgeschäft und Veranstaltungen“, sagt Schmidt. Und diese zwei Komponenten fallen nun bis auf Weiteres weg: Die Restaurants sind geschlossen und die Veranstaltungen abgesagt. 

Der Hotelleiter ist sich sicher, dass die Krise bewältigt wird und alle gestärkt aus der Situation herauskommen werden: „Dann ist es wichtig, dass alles wieder ins Rollen kommt“, gibt Schmidt einen Ausblick. Er appelliert an all diejenigen, die jetzt ihre Feiern absagen mussten.

Feiern nach der Krise nachholen

Am besten sollten alle ihre Feiern nachholen, wenn das Virus bekämpft ist: „Um den heimischen Betrieben wieder auf die Beine zu helfen“, sagt Schmidt. 

In diesen schwierigen Zeiten müsse man laut Schmidt zusammenstehen und nach der Krise gemeinsam von Null an durchstarten.

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