Dank Spenden ist sie heute völlig gesund

Schicksal von herzkrankem Mädchen bewegte 1992 die Herzen der HNA-Leser

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Erster Spendenaufruf in der HNA im Mai 1992.

Großropperhausen. Das Schicksal des Mädchens Sweta Pawlenko rührte im Mai 1992 nicht nur das Herz des Großropperhäusers Peter Werz, sondern auch der Leser der HNA.

Damals rief Redakteur Manfred Schaake zu einer Spendenaktion auf, die in der Region beispielhaft blieb. 200.000 Mark kamen damals zusammen. Mithilfe der Spenden konnte das Mädchen aus Semibratovo (Bezirk Jarolawl, Russland) in Deutschland operiert werden. In ihrer Heimat wäre Sweta an den Folgen mehrerer Löcher im Herzen gestorben.

In Göttingen und Rotenburg wurde sie mehrere Monate behandelt - mit Erfolg. Heute ist Sweta 28 Jahre alt und vollkommen gesund. Peter Werz steht mit seinem Schützling, der ihm bei seinen Hilfstransporten nach Russland so sehr an sein eigenes Herz gewachsen ist, bis heute in Kontakt. Via Email oder Skype tauschen sich beide regelmäßig aus.

Heiteres Treffen: Die Aufnahme zeigt von links Swetas Mutter Natascha Pawlenko, Peter und Marli Werz, Sweta, Katja Nowikowa, Tatjana Petuchowa und Vater Oleg Pawlenko.

Mit der „Gemeinschaft der sieben Brüder - Osteuropahilfe Schwalm-Eder“ war Werz insgesamt 16 Mal in Russland, um die Menschen Anfang der neunziger Jahre mit dem Nötigsten zu versorgen. „Zu der Zeit waren die Menschen dort unendlich arm“, beschreibt er die Lage. Der Kontakt zu Sweta und ihrer Familie riss nie ab. Erst im vergangenen Jahr unternahm das Ehepaar Werz eine Flusskreuzfahrt und traf die junge Frau mit ihren Eltern in Jaroslawl.

Manfred Schaake

Das mag auch daran liegen, dass Sweta perfekt Deutsch spricht: „Es war immer ihr Ziel, mit den Menschen, die ihr das Leben gerettet haben, auch reden zu können“, erzählt der 71-jährige Großropperhäuser. Gern erinnert er sich zurück, als er im Ort eine Spedition betrieb. Alle, der Kreis, Institutionen, Kommunen und viele Geschäfts- und Privatleute, hätten sich damals an der Organisation der Hilfstransporte beteiligt. Medikamente, Krankenbetten, ganze Praxis-Ausstattungen, aber auch Salz, Zucker aus der Waberner Fabrik oder Gurken von Hengstenberg seien in der Harthberg-Kaserne in Treysa, später in der Fritzlarer Kaserne, gesammelt worden, um sie zu verpacken und gen Osten zu bringen.

Peter Werz und seine Helfer wurden in Russland stets freundlich empfangen. Wenn auch das eine oder andere Mal nicht ganz unkritisch: „Als wir Gehhilfen für Kriegsveteranen brachten, wurden wir schon damit konfrontiert, was die Deutschen den Russen angetan haben. Aber im Gespräch konnte wir als Folgegeneration klar machen, dass wir das Vergangene hinter uns lassen wollen, und so ist nie ein böses Wort gefallen.“

Überhaupt sei die Verständigung nie ein Problem gewesen: „Es ging immer mit Händen und Füßen. Und wenn man aus der Mimik der Menschen liest“, sagt der Großropperhäuser.

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