1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schwalmstadt

Das THW Schwalmstadt setzt für die Suche von Menschen Hunde ein

Erstellt:

Von: Matthias Haaß

Kommentare

Rettungs- und Suchhund des THW Schwalmstadt bei einer Übung. Björn Prüssing mimt das Opfer und Carmen Naumann mit Amalia sind das Suchteam.
Rettungs- und Suchhund des THW Schwalmstadt bei einer Übung. Björn Prüssing mimt das Opfer und Carmen Naumann mit Amalia sind das Suchteam. © THW SCHWALMSTADT

Vermisste oder verschüttete Menschen zu finden ist eine Aufgabe des THW in Schwalmstadt. Dafür setzen die Retter auf Hunde mit sensibler Nase.

Schwalmstadt – Dafür nutzen die Helfer technisches Gerät wie zum Beispiel Mikrofone, aber auch empfindliche Hundenasen. Im Sprachgebrauch des Technischen Hilfswerks heißt das dann Biologische Ortung.

Wie wichtig diese Fähigkeit sein kann, zeigte die Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands vor einem Jahr. Dort kamen entsprechende Teams zum Einsatz. Es muss aber nicht immer eine Katastrophe sein. Regelmäßig liest man zum Beispiel von älteren Menschen, die nach einem Spaziergang vermisst werden, auch sind dann die tierischen Helfer gefragt. Die Anforderung läuft über die Zentrale Leitstelle und die Polizei. Ein Einsatz ist auch im Landkreis jederzeit möglich.

7 Suchteams in Schwalmstadt

In der Biologischen Ortung gebe es mittlerweile sieben Hunde, die die Prüfung für Trümmer und Flächensuche bestanden haben, sagte Thomas Dickel, Ortsbeauftragter des THW Schwalmstadt. Ein weiterer ist für Trümmer ausgebildet. Damit habe man bereits jetzt mehr geprüfte Teams als der sogenannte Stärke- und Austattungsnachweis – die STAN – vorgebe, freut sich der Ortsbeauftragte. Gefordert sind in der STAN sechs Teams. Gruppenführerin ist Carmen Naumann, sie bildet zusammen mit Lisa Träbing die Teams aus.

Rettungs- und Suchhund Lucke des THW Schwalmstadt bei einer Übung des THW Schwalmstadt im schwierigem Gelände.
Rettungs- und Suchhund Lucke des THW Schwalmstadt bei einer Übung des THW Schwalmstadt im schwierigem Gelände. © THW Schwalmstadt

Besondere Hunderassen sind für die biologische Ortung übrigens nicht gefordert. Bei den Schwalmstädtern gibt es einige Retriever, Malinois, aber auch eher seltene Rassen wie Harzer Fuchs, Pon oder Schapendoes. „Hunde sollten mindestens etwa 35 Zentimeter hoch sein, sich für Futter oder Spielzeug interessieren, leicht zu motivieren sein und natürlich Menschen mögen“, erklärt der Ortsbeauftragte.

Die Hundeführer müssen körperlich topfit sein

Da es bei der Personensuche oft in unwegsames Gelände geht, ist auch bei den Hundeführern körperliche Fitness durchaus notwendig. Der Mensch muss dem Tier folgen können. Die ausgebildeten Hunde seien vielfältig einsetzbar, erklärt Thomas Dickel. Bei großen Trümmerbergen, zum Beispiel nach Erdbeben oder Hauseinstürzen, könnten die Vierbeiner schnell und effektiv nach lebenden Personen suchen. „Dabei können auch mehrere Meter tief verschüttete Personen durch die Hunde zuverlässig geortet und angezeigt werden.“

Alle Hunde im Technischen Hilfswerk zeigen gefundene Personen durch Verharren und gleichzeitiges Bellen an. „In der Fläche sind wir in der Lage, 30 000 Quadratmeter in gut 20 Minuten abzusuchen, dazu zählen zum Beispiel Waldgebiete. Die Tageszeit spielt in beiden Fällen keine Rolle, auch das Wetter ist egal“, berichtet der THW-Mann.

Jeder Hund trägt ein GPS Gerät

Für Flächensuchen nutzten die Hilfskräfte in Schwalmstadt moderne GPS-Geräte, mit denen man genau sehen kann, wo sich der Hund aufhält und welche Bereiche des definierten Sachgebietes bereits abgesucht sind. „Das kann der Zugführer im Einsatz auch am Fahrzeug verfolgen“, so Dickel weiter.

Die Schwalmstädter Helfer schauen weit über den eigenen Tellerrand hinaus und arbeiten mit den Rettungshundestaffeln verschiedener Feuerwehren in Rheinland-Pfalz oder Bayern zusammen, aber auch mit anderen Ortsverbänden und verschiedenen Fachgruppen im THW. „Kürzlich haben wir zum Beispiel eine umfangreiche Ausbildung mit der Höhenrettung des THW Korbach gemacht und die Hunde mit Hundeführern aus gut 30 Metern abgeseilt“, sagt Thomas Dickel.

Kontakt: carmen.naumann@thw-schwalmstadt.de

Thomas Dickel THW Schwalmstadt
Thomas Dickel vom THW Schwalmstadt © THW Schwalmstadt

Auch interessant

Kommentare