Der Chef testet selbst

Gilserberg: Apotheker Kai Krähling kann sich Schwälmer-Corona-Testzentrum vorstellen

Apotheker Kai Krähling von der Walpurgis Apotheke zeigt zertifizierte Corona-Schnelltest anbieten.
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Vermutlich ab Dienstag wird Apotheker Kai Krähling in der Walpurgis Apotheke in Gilserberg für seine Kunden zertifizierte Corona-Schnelltest anbieten. Auch Laientest für den Hausgebrauch bekommt man bei ihm.

Gilserberg – Neben dem Impfen ist eine breite Testoffensive ein wesentlicher Aspekt im Kampf gegen das Corona-Virus. Für Kai Krähling, den Inhaber Walpurgis Apotheke in Gilserberg, ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Gilseberg. Man dürfe das Testen nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten, erklärt der Gilserberger Apotheker: „Da darf ich nicht über Geld nachdenken, sondern darüber, wie ich für alle Normalität erreichen kann.

Der Gilserberger Apotheker hat sich in den vergangen Tagen intensiv mit der Materie auseinandergesetzt, Anträge gestellt und eine Online-Fortbildung absolviert. Ein DIN-A4 Ordner hat sich mit verschiedenen Unterlagen, Anleitungen und Genehmigungen gefüllt. Jetzt hat Krähling alles zusammen: Ab Dienstag, so sein Plan, könne er in seiner Apotheke Menschen nach Voranmeldung auf das Corona-Virus testen. „Ich fühle mich für das Hochland verantwortlich.“

Wer nicht in der Apotheke getestet werden möchte, bekommt in der Walpurgis Apotheke auch einen Laien-Schnelltest für den Hausgebrauch.

Gute Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt

Er habe sich natürlich selber kümmern müssen, erzählt der junge Apotheker und berichtet dabei von der guten Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt. Die Antragstellung in Homberg habe lediglich 60 Minuten gedauert, lobt Krähling, der nun ein sogenannter Beauftragter zur Durchführung von Bürgertestungen ist: „Die sind da echt hinterher. Richtig toll.“ Bereits vorher hatte sich der Gilserberger die Handhabung des POC-Schnelltests (Point-of-Care-Testing, zu Deutsch patientennahe Labordiagnostik) bei einer Online-Schulung angeeignet. Vor der Kamera und den Augen des Ausbilders habe er seine Frau getestet, erinnert sich Kai Krähling schmunzelnd.

Um sein Mitarbeiterteam bestmöglich zu schützen, werde er selber die Tests vornehmen, sagt der Apotheker: „Wenn, dann mach ich das.“

Test mit Zertikat

Im Gegensatz zu den Tests aus den Discounter erhält man bei Krähling ein für 24 Stunden gültiges Zertifikat, das zum Beispiel auch von Fluggesellschaften akzeptiert wird. Das Testergebnis des Rachenabstrichs liegt nach ein paar Minuten vor.

Sich irgendwie durchzuschummeln geht übrigens nicht. Sollte ein Test Corona-Positiv ausfallen, wird der Fall dokumentiert und an das Gesundheitsamt gemeldet. „Wenn der Test positiv sein sollte, muss ein Arzt einen PCR-Test machen.“ Die gute Zusammenarbeit zwischen Apotheker und Arzt sei in der Pandemie von zentraler Bedeutung ist Krähling überzeugt: „Wir bekommen unser Leben nur zurück, wenn wir alle an einem Strang ziehen.“

Aus diesem Grund kann sich Kai Krähling für die Schwalm auch ein regelrechtes Testzentrum, zum Beispiel zentral in Schwalmstadt vorstellen. Wenn sich zwei, drei Kollegen finden würden, würden sich die Kosten aufteilen und „man könnte 100 bis 200 Leute am Tag testen“. (Matthias Haaß)

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