Arbeit zum Wohl der Füße in Ziegenhain

Ambulante Fußsprechstunde erhält Zertifikat für zwei weitere Jahre

Genauer Blick auf die Füße (von links): Jaqueline Fritzsch (Medizinische Fachangestellte), Karin Raabe (Podologin), Markus Schott (Schuhhaus Schott in Homberg, Orthopädie Schuhtechniker), Axel Drescher (Schuhhaus Drescher in Treysa, Orthopädie-Schuhtechniker), Nicole Maikranz (Orthopädie-Schuhtechnikerin), Karl-Walter Scholl (Orthopädie-Schuhtechniker) sowie die Mediziner Dr. Karl Eckhardt Henkel und Dr. Ralf Weber versorgen Diabetiker mit Fußproblemen. Foto: Stehr

Schwalmstadt. Diabetiker leiden aufgrund ihrer Erkrankung häufig auch an Problemen an Beinen und Füßen. Die als Diabetischer Fuß bezeichnete Erkrankung kann so weit gehen, das Gliedmaßen amputiert werden müssen.

Um das zu vermeiden und die Patienten auch bei kleineren Verletzungen frühzeitig zu behandeln und Vorsorge zu betreiben, gibt es seit über zehn Jahren eine Ambulante Fußsprechstunde.

Federführend geleitet von den Diabetologen Dr. Ralf Weber und Dr. Karl-Eckhard Henkel findet diese dienstags und freitags im Asklepios Klinikum Ziegenhain statt. „Die Sprechstunden sind immer gut besucht“, erklärt Dr. Weber. Nun wurde die Sprechstunde erneut mit dem Zertifikat der Deutschen Diabetes Gesellschaft ausgezeichnet und darf bis Oktober 2017 als eine von nur sieben Einrichtungen in Hessen den Titel „Ambulante Fußbehandlungseinrichtung“ tragen.

Neben den Ärzten spielen Orthopädie-Schuhtechniker und medizinische Fußpfleger (Podologen) bei der Behandlung und Beratung der Ambulanz eine große Rolle. Hinzu kommt der Austausch mit anderen medizinischen Fachrichtungen. So werden unter anderem immer wieder Herz- und Gefäßspezialisten zu Rate gezogen. „Nur durch diese enge Zusammenarbeit ist das Zertifikat zu erreichen“, erklärt Dr. Weber.

Einen hohen Stellenwert hat die Zusammenarbeit mit den Orthopädie Schuhtechnikern. „Besonders im Vorfußbereich haben Patienten immer wieder Probleme“, sagt der Diabetologe.

Gefühl im Fuß fehlt 

Patienten haben oft kaum oder gar kein Gefühl mehr in den Füßen, sodass sie zum Beispiel Druckstellen nicht wahrnehmen. Mitarbeiter wie Karl-Walter Scholl vom Schuhhaus Schott in Homberg und Nicole Maikranz, Angestellte im Schuhhaus Drescher in Treysa, kommen zur Sprechstunde um die Patienten zu beraten und ihnen in der Folge das passende Schuhwerk zu gestalten oder anzupassen.

„Fast jeder Schuh kann verändert, angepasst und aufgepeppt werden“, sagt Markus Schott (Schuhhaus Schott, Homberg). Mit einem gut angepassten Schuh können Betroffene dann auch problemlos wieder längere Zeit zu Fuß unterwegs sein. „Die Lebensqualität kann enorm gesteigert werden“, berichtet Schott. Wenn Ärzte, Schuhtechniker und auch Podologen eng zusammenarbeiten, können viele Probleme bereits frühzeitig erkannt und eingedämmt werden. „Passt alles, könnten 80 Prozent der Amputationen vermieden werden“, sagt Dr. Karl Eckhardt Henkel.

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