Notfall-App und Tipps

Was tun bei Notruf-Störungen und Ausfällen? Schwalm-Eder-Kreis rüstet sich

Im Notfall 112: Wenn die bekannte Notruf-Nummer mal nicht funktionieren sollte, gibt es im Schwalm-Eder-Kreis noch verschiedene Rückfallebenen.
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Im Notfall 112: Wenn die bekannte Notruf-Nummer mal nicht funktionieren sollte, gibt es im Schwalm-Eder-Kreis noch verschiedene Rückfallebenen.

Zuletzt kam es vermehrt zu deutschlandweiten Ausfällen des Notrufs. Der Schwalm-Eder-Kreis ist mit verschiedenen Rückfallebenen auf Störungen vorbereitet.

Schwalmstadt – In den vergangenen Monaten kam es mindestens zweimal zu einem bundesweiten Ausfall des Notrufs – zuletzt im November. Betroffen waren 112 und 110. Auch im Schwalm-Eder-Kreis informierten die Verantwortlichen mit der Warnapp Katwarn über das Problem. Ursächlich für den jüngsten Ausfall war eine fehlerhafte Software der Telekom.

Damit Notrufe möglichst an der richtigen Stelle ankommen, gibt es im Schwalm-Eder-Kreis technisch und auch organisatorische Rückfallebenen. Wir stellen sie vor.

Notruf-Störungen: System wird überwacht und Anrufe umgeleitet

Das in der Leitstelle installierte Kommunikationssystem „Patronus“ werde intern ständig überwacht, teilte ein Sprecher des Kreises mit: „Bei Problemen oder Störungen, egal ob mit der Software oder der Hardware, erkennen das die Beschäftigten der Leitstelle sofort. Man kann ohne großen Aufwand die eingehenden Notrufe auf Telefonapparate umleiten, die nur für diesen Zweck auf jeden Arbeitsplatz installiert sind.“

Es gibt weitere Rückfallebenen, damit im Notfall kein Hilferuf ins Leere läuft. Wie in den meisten privaten Haushalten wird auch in der Rettungsleiststelle mit IP-Technik telefoniert. Wenn die IP-Notrufanschlüsse gestört sind, werden die eingehenden Notrufe automatisch zur Leitstelle Kassel umgeleitet. Solange die „normalen“ Telefonanschlüsse noch funktionieren, gibt die Leitstelle Kassel die Notrufe über diesen Weg zurück und die Einsätze können wie üblich abgearbeitet werden.

„Sollten die „normalen“ Telefonanschlüsse auch nicht funktionieren, können sich alle hessischen Leitstellen über Satellitentelefone verständigen oder den Digitalfunk nutzen“, so der Kreissprecher. Besteht gar keine Verbindung mehr, kann auch die Leitstelle Kassel Einsatzkräfte im Schwalm-Eder-Kreis alarmieren. Dies wird dann allerdings eine „Notalarmierung“ sein, bei der zum Beispiel alle Feuerwehren einer Gemeinde gleichzeitig in Marsch gesetzt werden.

Leitung 112 „tot“? Polizei-Notruf rund um die Uhr besetzt

Ist eine Notrufleitung 112 bei einem echten Notfall nicht erreichbar, also „tot“, sollte man zuerst versuchen, die Notrufnummer 110 der Polizei zu erreichen. „Beide Leitstellen sind rund um die Uhr besetzt und können sich untereinander Anrufe weitergeben. Manchmal helfe schon der Wechsel vom Mobil- ins Festnetz“, so der Landkreissprecher.

Jede hessische Leitstelle ist außerdem über die Krankentransportnummer 19222 zu erreichen. Allerdings muss man die Vorwahl vom Sitz der Leitstelle kennen. Im Schwalm-Eder-Kreis ist das die: 05681/19222.

Notruf-App „Nora“ erleichtert Kontaktaufnahme mit Leitstellen

Ein Notruf kann außerdem auch über die Notruf-App „Nora“ an die zuständige Leitstelle mit einem mobilen Endgerät – Smartphone oder Tablet – übermittelt werden. Hierbei besteht die Möglichkeit, über eine Chatfunktion mit dem Leitstellendisponenten Kontakt aufzunehmen. Diese Möglichkeit bestehe immer, solange eine Störung nicht auch das Internet betrifft, heißt es aus dem Kreishaus.

Notruf-App

Über die Nora-Website kann die App kostenlos geladen werden.

Erreicht man die Notrufnummer auf keinem Weg, kann man auch am örtlichen Feuerwehrhaus persönlich Hilfe anfordern. Vorausgesetzt, die Feuerwehren wurden durch die Leitelle alarmiert – bei lang anhaltendem Stromausfällen besetzen die Wehren in der Regel nach 30 Minuten die Feuerwehrhäuser, um dort als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Ständig besetzt – wie bei einer Berufsfeuerwehr – sind im Schwalm-Eder-Kreis nur die dreizehn Rettungswachen vom DRK und MHD und die vier Polizeistationen im Landkreis. (Matthias Haaß)

Im Schwalm-Eder-Kreis klingelte im vergangenen Jahr alle drei bis vier Minuten das Notruf-Telefon - ein Verantwortlicher der Zentralen Leitstelle befürchtet allerdings, dass immer noch zu wenig Menschen den Notruf wählen.

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