Anklage

Versuchter Mord? Männer wollten Züge entgleisen lassen

Ein Bauarbeiter an einer gesperrten Bahnstrecke.
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Schwalm-Eder-Kreis: Den Angeklagten wird vorgeworfen, mehrmals eine Zugentgleisung geplant zu haben. (Symbolfoto)

Drei Männer müssen sich wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Marburg verantworten. Sie hatten unter anderem Bahngleise blockiert, um Züge zum Entgleisen zu bringen.

  • Drei Männer sollen mehrfach versucht haben, Züge zum Entgleisen zu bringen
  • Auch für eine Serie von Bränden sollen die drei Angeklagten verantwortlich sein
  • Vor dem Landgericht Marburg wird nun wegen versuchten Mordes prozessiert

Schwalm-Eder-Kreis – Mit schweren Betonplatten, Sitzbänken und Holzstämmen sollen drei Angeklagte mehrfach Bahngleise blockiert haben, um Züge zum Entgleisen zu bringen. Wegen versuchtem Mord stehen sie nun seit Montag vor dem Landgericht Marburg. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, dass sie durch die Taten den Tod von Menschen „billigend in Kauf“ genommen haben.

Schwalm-Eder-Kreis: Züge krachten in Hindernisse - versuchter Mord?

Die betroffenen Regional- sowie Güterzüge waren demnach an den verschiedenen Tattagen mit Tempo 80 bis 130 auf der Strecke zwischen Treysa und Wabern (Schwalm-Eder-Kreis) unterwegs. Dort krachten die Züge, teils trotz rascher Bremsung, gegen die Hindernisse. Zur Entgleisung kam es aber nicht. Auch wurden weder Zugführer noch Fahrgäste verletzt - laut Anklage dank „glücklicher Umstände“.

Der Sachschaden liegt im sechsstelligen Bereich. Die drei Deutschen im Alter von 27 bis 51 Jahren, die allesamt wegen versuchtem Mord vor Gericht stehen, sollen zudem mehrere Grill- und Schutzhütten sowie einen Bau- und Wohnwagen angezündet haben.

Schwalm-Eder-Kreis: Auch der Brand einer Grillhütte in Riebelsdorf wird der Brandserie zugeordnet.

Schwalm-Eder-Kreis: Angeklagt wegen versuchtem Mord - Gericht untersucht 21 Taten

Insgesamt geht die Anklage von 21 Taten aus, begangen zwischen November 2018 und August 2019 unter anderem in Schwalmstadt und Wabern im Schwalm-Eder-Kreis sowie in Marburg im Kreis Marburg-Biedenkopf. Die Anklage geht davon aus, dass die Männer jeweils am späten Abend zur Tat schritten. Siebenmal hatten sie es demnach insbesondere auf die Bahnstrecke gen Kassel abgesehen.

Mal sollen sie Betonplatten auf die Gleise gelegt haben, mal eine 70 Kilogramm schwere Bank oder wuchtige Holzstämme. Den Brandstiftungen sollen sie laut Staatsanwaltschaft insbesondere bei Hütten von Vereinen und Kommunen begangen haben. Auch hier kamen Schäden im sechsstelligen Bereich zusammen.

Schwalm-Eder-Kreis: Das blieb noch von der Hütte in Riebelsdorf übrig.

Anklage wegen versuchtem Mord: Großteil der Taten im Schwalm-Eder-Kreis

Die 27 und 30 Jahre alten Angeklagten kündigten an, Angaben machen zu wollen. Wann sich der 51 Jahre alte Angeklagte zu den Vorwürfen äußern wird, war noch unklar: Wegen „Panik“ und „Lampenfieber“ sei er zum Prozessauftakt nicht dazu in der Lage, sagte sein Verteidiger. Das Gericht befragte den Mann zunächst zu seinem Lebenslauf. Der Vorsitzende Richter riet allen zu einem „frühzeitigen und wahrheitsgemäßen“ Geständnis.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten heimtückischen und mit gemeingefährlichen Mitteln begangenen versuchten Mord vor, außerdem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr sowie Brandstiftung. Ein Großteil der Taten soll sich im Schwalm-Eder-Kreis abgespielt haben. Bei dem 51-Jährigen kommt laut Staatsanwaltschaft die Anordnung von Sicherungsverwahrung in Betracht, bei dem 27-Jährigen die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Das Gericht hat bislang 18 Verhandlungstage bis November geplant. (dpa)

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